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21.06.2014 Beschäftigte demonstrieren gegen die Schließung des …

21.06.2014 Beschäftigte demonstrieren gegen die Schließung des real-Markt Lollar

Mit Trauermarsch, Sarg, Sensenmann und Trauergemeinde hat die Belegschaft des real-Marktes Marktes Lollar ihre Arbeitsplätze symbolisch vor dem Globusmarkt in Dutenhofen beigesetzt. Der real-Markt in Lollar ist einer der real-Märkte, die von der Globus Warenhausgesellschaft übernommen worden sind.

Beschäftigte demonstrieren gegen die Schließung des real-Markt Lollar Fototeam ver.di Hessen, Corinna Vahrenkamp Beschäftigte demonstrieren gegen die Schließung des real-Markt Lollar

Die Unternehmensleitung der Globus Warenhausgesellschaft hatte vertraglich die Fortführung des Marktes und die Übernahme der Beschäftigten in Lollar zum 1.7.2014 zugesagt, aber dann durch Ihr vertragsbrüchiges Verhalten den Verlust von 117 Arbeitsplätzen bewirkt.

Alle 117 Beschäftigten in Lollar haben inzwischen die Kündigung erhalten. Sie hofften bis zuletzt auf ein positives Signal vom Hauptsitz der Globus Warenhausgesellschaft in St. Wendel, dass es am Standort Lollar für sie doch noch eine Beschäftigungsperspektive gäbe. Denn eigentlich besteht ein dreiseitiger Vertrag zwischen real,-, dem Besitzer der Immobilie, Herrn Kipp, und Globus. Darin regelten die 3 Vertragsparteien  verbindlich, dass mit der Weitergabe des Warenhausgeschäfts von real an Globus auch alle Arbeitsverhältnisse auf die Handelsgruppe in St. Wendel übergehen. In der zweiten Jahreshälfte 2013 gab es die ersten Anzeichen, dass die Übernahme für Globus mit Schwierigkeiten verbunden ist.  Zu diesem Zeitpunkt vertraute die Belegschaft noch auf die Bekundungen des Managements, die deckungsgleich waren mit der offiziellen Wertphilosophie des Unternehmens. 

Der massive Verstoß gegen die selbst erklärte Wertephilosophie der Globus Warenhausgesellschaft und die Inkaufnahme einer Schadensforderung in Höhe mehrerer Millionen Euro lässt Branchenkenner aufhören. Das könnte darauf hindeuten, dass Globus größere Probleme hat, als das Unternehmen offiziell zugeben will. Der gesamte Vertriebszweig der SB-Warenhäuser tut sich in den letzten Jahren schwer. Oft stehen rote Zahlen am Ende eines Geschäftsjahres. Das Branchenfachblatt „Lebensmittel Zeitung“ schrieb in seiner  Ausgabe vom 13.03.14: „Viele SB-Warenhäuser haben an Zugkraft verloren. Der lokale Wettbewerb und die Konkurrenz über Webshops sind schärfer geworden. Der Flächenüberhang erschwert die Expansion. Die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher haben sich verändert. Stundenlanges Shopping in funktionalen Regalfluchten ist für viele Konsumenten alles andere als attraktiv. Einkaufsconvenience sieht anders aus.“ Globus setzt weiterhin auf sein bisheriges Erfolgskonzept viel frische Ware selbst zu produzieren. In der Größe eines SB-Warenhauses mit Flächen über deutlich 5.000 qm ist das aber ein äußerst kostenintensives Vorgehen. Um hier gewinnbringend zu wirtschaften, benötigt ein solches Haus ein riesiges Einzugsgebiet. Genau hier setzen die Probleme von Globus an. In den letzten Jahren haben immer mehr kleine Nahversorger eröffnet. In einem großen Einzugsgebiet kommt da einiges an Geschäften zusammen, die Kunden und damit Umsatz dem großen SB-Warenhaus weg nehmen. Hierauf hat Globus bisher keine richtige Antwort gefunden. Immer mehr Globus-Häuser schreiben rote Zahlen. Die Beschäftigen in SB-Warenhäusern bewegen sich auf „unruhiger See“ und es wird auch in den nächsten Jahren einiges an Belastungen und Auseinandersetzungen um ihre Arbeitsverhältnisse geben.