Die Tarifrunden des hessischen Groß- und Einzelhandels sind ins Stocken geraten. Trotz weiterer Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber keine verbesserten Angebote für die jeweiligen Handelsbranchen vorgelegt. „Was bisher auf dem Tisch liegt, bedeutet für die Beschäftigten schon im ersten Jahr des Tarifangebotes Reallohnverlust. Und im angebotenen zweiten Jahr ebenso. 1,8% nach derzeit mindestens 4 Nullmonaten im Groß- und 2% nach 6 Nullmonaten im Einzelhandel bei der derzeitigen Inflation sind ein Affront. Die Arbeitgeber tragen die alleinige Verantwortung, dass die Tarifrunde grade eskaliert,“ sagt Marcel Schäuble, ver.di-Verhandlungsführer für den Handel in Hessen.
„Die Beschäftigten sind zurecht aufgebracht über die Haltung der Arbeitgeber. Am kommenden Montag, 6. Juli 2026 zur 4. Verhandlungsrunde im Einzelhandel Hessen haben die Arbeitgeber die Chance, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Kolleg*innen erwarten, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird und ihre Einkommen existenzsichernd steigen,“ so Schäuble.
Die Beschäftigten aus Hessen beteiligen sich morgen, Freitag, 3. Juli 2026 gemeinsam mit Streikenden aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland an den bundesweiten Aktionen im Handel mit einer Demonstration und Kundgebung in der Wiesbadener Innenstadt.
ver.di fordert für die 240.000 Beschäftigten im hessischen Einzel- und 120.000 Beschäftigten im hessischen Großhandel 250,- € mehr und Anhebung der Ausbildungsvergütung um 150,- € bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
An den Arbeitsniederlegungen beteiligen sich Beschäftigte von Rewe, Penny, Kaufland, Hit, Metro, Rewe Lagerlogistik, Primark, H&M, Zara, Douglas und Ikea aus Hessen.
Der Demonstrationszug startet ab 11 Uhr am Marktplatz, Dernsches Gelände, Wiesbaden. Ab 12 Uhr findet dort auch die Kundgebung statt.