Die Gewerkschaft ver.di hat an der Technischen Universität Darmstadt ein Tarifergebnis erzielt. Es übernimmt für die knapp 5.000 TU-Beschäftigten alle Verbesserungen aus dem Ende März erzielten Tarifkompromiss im Land Hessen. Wie dort werden die Gehälter ab dem 1. Juli 2026 um 3,0 Prozent, mindestens aber 110 Euro monatlich angehoben. Ab dem 1. Oktober 2027 kommt eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent hinzu. Auszubildende erhalten zu den gleichen Terminen 80 bzw. 70 Euro mehr im Monat. Die Laufzeit ist mit 25 Monaten kürzer als im Tarifvertrag der anderen Bundesländer.
Den Vorschlag der TU-Leitung, die von der Bundesregierung vorgeschlagene steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung von bis zu 1.000 Euro zu vereinbaren und im Gegenzug die dreiprozentige Lohnerhöhung um sechs bis sieben Monate zu verschieben, hat die ehrenamtliche ver.di-Tarifkommission einstimmig abgelehnt. „Die Prämie ist dazu gedacht, die aktuelle Preisexplosion an den Zapfsäulen auszugleichen – nicht dafür, sie mit ohnehin geplanten Lohnerhöhungen zu verrechnen“, betonte ver.di-Tarifkommissionsmitglied Sandra Seeger. „Es wäre nur folgerichtig, wenn CDU und SPD in Wiesbaden diese Prämie an die Landesbeschäftigten auszahlen würden - immerhin wurde sie von den gleichen Parteien im Bund ins Gespräch gebracht. Ein Nullsummenspiel im TU-Tarifvertrag hilft uns nicht weiter.“
In einigen Punkten konnte ver.di an der TU Verbesserungen vereinbaren, die über die hessische Tarifeinigung hinausgehen. So wird eine neue Ausbilderzulage von 80 bzw. 50 Euro monatlich eingeführt. Auszubildende können in den Uni-Mensen künftig zum Studierendenpreis essen. »Dass die Ausbildung an der TU gestärkt wird, ist ein richtiges Signal«, erklärte ver.di-Tarifkommissionsmitglied Holger Bergmann, der in der Universitäts- und Landesbibliothek arbeitet. »Die Ausbilderinnen und Ausbilder bilden die dringend benötigten Fachkräfte von morgen aus. Es ist richtig gut, dass ihr Engagement nun honoriert wird.«
Laut Vereinbarung sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Lehre künftig unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit haben, in die Entgeltgruppen 14 und 15 aufzusteigen. Im Bereich der Forschung besteht diese Option bereits.
Verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten hat ver.di auch für Hausmeister und Hausmeisterinnen sowie Gärtnerinnen und Gärtner vereinbart. Für sie werden wie beim Land die Entgeltgruppen 6 und 7 eingeführt. Zusätzlich haben die Tarifparteien an der TU vereinbart, dass Hausmeisterinnen und Hausmeister mit langjähriger Berufserfahrung auch ohne einschlägige Berufserfahrung in die Entgeltgruppe 5 kommen können. »Uns war es wichtig, diese Beschäftigtengruppen aufzuwerten – schön, dass uns das gelungen ist«, sagte ver.di-Verhandlungsführer Gabriel Nyč.
»Ebenfalls ein großes Anliegen war es für uns, den Tarifvertrag der TU enger an den hessischen Tarifvertrag anzukoppeln“, so Nyč weiter. „Auch hier haben wir einen Schritt in die richtige Richtung getan.« Künftig gilt mit der Kündigung des landesweiten Tarifvertrags automatisch auch die Vereinbarung an der TU als gekündigt. Nach einem Tarifabschluss in Hessen wird auf dieser Grundlage über den TU-Tarifvertrag verhandelt.