Im Rahmen der Tarifrunden des Landes Hessen und der TU Darmstadt sind heute in Darmstadt zirka 550 Beschäftigte der TU Darmstadt und des Staatstheaters Darmstadt dem Warnstreikaufruf von ver.di gefolgt. Bei der Kundgebung nahmen die Rednerinnen Bezug auf den internationalen Frauentag gestern. Heidi Schweitzer, Vertrauensleuteperson an der TU: „Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer. In den typischen sogenannten Frauenberufen – also dort, wo Care-Arbeit, Bildung und Verwaltung stattfindet – sind die Löhne besonders niedrig. Das ist kein Zufall, das ist strukturelle Abwertung. Wir fordern nicht nur eine Anpassung an die Inflation, wir fordern endlich eine politische Korrektur."
In den Tarifverhandlungen mit der Hochschule fordert ver.di für die 5.000 Beschäftigten unter anderem eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro im Monat. Die Ausbildungsvergütung soll um 200 Euro monatlich erhöht werden. Zentral ist für ver.di darüber hinaus die Erwartung, mehr Dauerstellen an der TU zu schaffen. Das ist auch Thema in den Tarifverhandlungen mit dem Land Hessen. Gewerkschaftssekretärin Franziska Liebich: „Befristete Stellen bremsen Lebensplanung aus und machen wissenschaftliche Berufslaufbahnen zu prekären Dauerverhältnissen. Sehr oft sind Frauen davon betroffen. Wer in diesem Land wirklich Arbeitskraft schöpfen will, muss hier fördern statt zu befristen.“ Das beginne bereits bei den studentischen Hilfskräften, so Liebich weiter. Daher fordert ver.di außerdem eine Aufnahme der studentischen Hilfskräfte in den Geltungsbereich des TV-H und TV TU Darmstadt. Das unterstützt auch ver.di-Vertrauensperson Heidi Schweitzer: „Unsere Forderungen passen zum Weltfrauentag, weil sie die unsichtbare Arbeit sichtbar machen, weil sie prekäre Beschäftigung angreifen und weil sie Solidarität organisieren. Wir streiken heute nicht nur für uns, wir streiken für alle, die nach uns kommen. Für die Azubis, die studentischen Hilfskräfte, die Reinigungskräfte, die Sekretär*innen – für alle, deren Arbeit oft als selbstverständlich gilt.“
Heute und morgen setzen die Gewerkschaften ihre Tarifverhandlungen mit dem Land Hessen in Dietzenbach fort. Dort geht es unter anderem um die Tarifierung der studentischen Hilfskräfte.