Tarifverhandlungen Landesbeschäftigte gestartet

Pressemitteilung vom 27.02.2026

Beim Auftakt der Tarifverhandlungen für die hessischen Landesbeschäftigten haben die Tarifparteien ihre Forderungen dargelegt und Erwartungen formuliert. Innenminister Poseck hob die Leistungen der Landesbeschäftigten hervor. Er sagte, sie seien der Stützpfeiler des Landes. Er bezifferte die Gewerkschaftsforderungen auf über 1,7 Milliarden Euro, was er angesichts der anhaltend angespannten Haushaltslage des Landes als nicht darstellbar bezeichnete.  

ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle verteidigte die Forderung als notwendig. Hessen müsse nicht nur Anschluss halten an das Tarifniveau des öffentlichen Dienstes des Bundes, sondern auch einen echten Reallohnzuwachs erreichen. „Wir wissen um die Haushaltslage und die wirtschaftliche Situation des Landes, sind aber fest davon überzeugt, dass eine Investition in die Beschäftigten in dieser Zeit absolut notwendig ist. Im öffentlichen Dienst fehlen tausende Stellen und ein großer Teil der Beschäftigten geht in den nächsten Jahren in Rente. Wenn der öffentliche Dienst handlungsfähig bleiben will, muss man jetzt in das Personal investieren. Grade in einem Ballungsraumgebiet wie Hessen, wo es viele Firmen gibt, die deutlich mehr zahlen als der öffentliche Dienst, muss die Attraktivität gewahrt bleiben. Es geht um nichts geringeres als die Handlungsfähigkeit des Staates.“

Die Gewerkschaften fordern für die zirka 58.000 Landesbeschäftigten 7 % mehr Geld, mindestens aber 300 Euro. Das Entgelt für die Auszubildenden soll um 200 Euro monatlich steigen. Nach der Ausbildung sollen sie ohne Notenbezug unbefristet übernommen werden. Studentische Beschäftigte sollen in den Tarifvertrag aufgenommen werden.

Außerdem erwarten die Gewerkschaften unter anderem, dass die Jahressonderzahlung in Hessen auf 100 Prozent des Monatsentgelts erhöht wird. Auszubildende und Praktikant*innen sollen einen Wohnzuschuss in Höhe von 50 Euro erhalten.

Mögliche Tarifergebnisse sollen zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamte übertragen werden.

ver.di verhandelt gemeinschaftlich mit den Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft GEW, der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt IG BAU, der Gewerkschaft der Polizei GdP und dem dbb Beamtenbund und Tarifunion.

Die Verhandlungen werden am 9. und 10. März ohne die Spitzen in Dietzenbach fortgesetzt.