Am Samstag: Streiks im hessischen Einzelhandel

Pressemitteilung vom 16.07.2026

 

Nachdem in Hessen am 6. Juli und darauffolgend am 8. Juli 2026 in Baden-Württemberg keine Einigung im Tarifkonflikt der Branche des Einzel- und Versandhandels erzielt wurde, haben die Arbeitgeberverbände bundesweit alle bestehenden Verhandlungstermine bis Mitte August abgesagt. „Die Arbeitgeber tragen die volle Verantwortung für die Zuspitzung des Tarifkonfliktes. Die im Einzel- und Versandhandel tätigen Menschen und deren Familien benötigen angesichts der hohen Lebenshaltungskosten schnell mehr Lohn und Gehalt, um mit dem verfügbaren Haushaltseinkommen über die Runden zu kommen. Die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber ist weder angemessen noch wertschätzend,“ sagt Marcel Schäuble, ver.di-Verhandlungsführer für den Handel in Hessen.

„Das uns vorliegende Angebot in Hessen bleibt weit unter der Inflation. Auch beabsichtigen die Arbeitgeber unterste Entgeltgruppen tariflich unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns abschließen. Übertragen auf Hessen, wo der Einzel- und Versandhandel zuletzt 5% Umsatzzuwachs erzielte, ist das schlichtweg skandalös. Wir fordern die Arbeitgeber auf, ihre Blockadehaltung aufzuheben und zügig für die Beschäftigten der Branche ein tragfähiges Angebot zu unterbreiten,“ so Schäuble.

Beschäftigte des Einzel- und Versandhandels protestieren gegen die bundesweiten Absagen der Verhandlungen durch die Arbeitgeber und legen am Samstag, 18. Juli 2026 die Arbeit nieder. Regionale Aktionen finden u.a. in Kassel, Wiesbaden, Frankfurt und Region sowie Südhessen statt.

ver.di fordert für die Beschäftigten der Branche 250 Euro mehr und 150 Euro mehr an Auszubildendenvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten.