Vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen ruft ver.di in Frankfurt am Main und der Region zu Warnstreiks auf. Gestreikt wird am Mittwoch, den 12. Februar 2025. Zum Streik aufgerufen sind:
Aus Hanau im benachbarten Main-Kinzig-Kreis reisen Streikende an, um an der Demonstration und Kundgebung teilzunehmen.
Die stellvertretende Geschäftsführerin des ver.di Bezirkes Frankfurt am Main und Region, Rosa Schwenger: „In diesen Tagen hören wir viel vom Wunsch nach dem starken Staat und vom angeblich schlechten Funktionieren von staatlichen Tätigkeiten. Das müssen sich Beschäftigte anhören, die seit Jahren immer mehr Aufgaben bekommen, immer weniger Leute sind, weil ihre Dienststellen kaputtgespart wurden und viele vor Belastung krank werden und nicht mehr können. Trotzdem: sie machen die Arbeit der öffentlichen Daseinsvorsorge, die Arbeit des Staates. Sie halten den Laden am Laufen. Sie sind somit das Rückgrat der Demokratie. Deshalb müssen sie gestärkt werden. Wir erwarten in der kommenden Tarifrunde ein ordentliches Angebot, das den genannten Umständen Rechnung trägt. Die Forderung ist absolut berechtigt.“
Die Streikenden sammeln sich am Mittwoch im Frankfurter Gewerkschaftshaus. Um 11.00 Uhr startet vor dem Haus ein Demonstrationszug durch die Frankfurter Innenstadt zur Hauptwache. Dort findet ab 11.45 Uhr die Abschlusskundgebung statt.
ver.di fordert in der Tarifrunde von Bund und Kommunen 2025 ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikant*innenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert ver.di drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können.
Die zweite Runde der Tarifverhandlungen findet am 17./18. Februar 2025 in Potsdam statt. Die dritte Runde ist vom 14. - 16. März 2025 ebenfalls in Potsdam angesetzt. Das Tarifergebnis soll zeit- und wirkungsgleich auf die Bundes-beamt*innen, -richter*innen, Soldat*innen sowie auf Versorgungsempfänger*innen übertragen werden. ver.di führt die Tarifverhandlungen auch für GdP, GEW, IG BAU sowie mit dbb beamtenbund und tarifunion.