Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erhöht in der Tarifauseinandersetzung mit der Postbank den Druck und kündigt weitere Streiks an. Bei der zweiten Verhandlungsrunde am 18. Mai 2026 in Frankfurt hatte die Arbeitgeberseite erneut kein aus Sicht von ver.di verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. ver.di verhandelt für rund 9.000 Beschäftigte der Postbank im Deutsche-Bank-Konzern. Der zuständige ver.di-Landesfachbereichsleiter Volker Koehnen: „Die Deutsche Bank verzeichnet Rekordgewinne praktisch am laufenden Band und die Beschäftigten der Postbank sollen Reallohnverluste hinnehmen. Das geht so nicht. Deshalb streiken sie weiter.“
Bereits ab heute, Mittwoch, 27. Mai 2026 streiken die Postbank PCC-Services. In Hessen betrifft das hauptsächlich Frankfurt. Morgen kommt der Postbank Filialvertrieb hinzu (bis 30.5).
Zusätzlich ruft ver.di für morgen, Donnerstag, 28. Mai 2026 zu einer Protestdemonstration anlässlich der Hauptversammlung der Deutschen Bank am Frankfurter Messegelände auf. Beschäftigte der Postbank werden dort ihren Protest gegen die Haltung des Konzerns in der laufenden Tarifrunde sichtbar machen.
Das zuletzt vorgelegte Angebot der Arbeitgeberseite sieht nach drei Nullmonaten eine Erhöhung der Gehälter um 2,4 Prozent ab dem 1. Juli 2026 sowie weitere 2,3 Prozent ein Jahr später vor. ver.di bewertet dies angesichts der hohen Inflation und der wirtschaftlichen Lage des Konzerns als unzureichend.
Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde unter anderem eine Erhöhung der Gehälter um 8 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich sowie 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung. Darüber hinaus setzt sich die Gewerkschaft für verbindliche Zusagen zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten sowie verbindliche Qualifizierungsmaßnahmen im Zuge der fortschreitenden Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Deutsche-Bank-Konzern ein.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 15. Juni 2026 in Frankfurt am Main statt.