Nach wochenlangem Stillstand in der Tarifrunde für den Einzel- und Versandhandel werden diese nun ab Mitte August fortgesetzt. In Hessen wird am 24. August 2026 weiterverhandelt. Zuvor hatten die Arbeitgeber Anfang Juli alle bundesweit bestehenden Verhandlungstermine einseitig abgesagt.
Marcel Schäuble, ver.di - Verhandlungsführer für den Einzel- und Versandhandel in Hessen: ,,Bereits am 19. August 2026 erwarten wir bei den Verhandlungen im Tarifgebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dass die Arbeitgeber ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen, in dem gerade die unteren Einkommensgruppen besonders gestärkt werden.“
Morgen, Freitag, 14. August 2026 legen Handelsbeschäftigte aus Hessen ihre Arbeit nieder und versammeln sich zu einer zentralen Streikaktion in Frankfurt.
,,Ziel ist es, den Arbeitgebern nochmals deutlich zu machen, dass die Beschäftigten im Handel jetzt ein deutliches und spürbares Plus im Geldbeutel benötigen, damit sie ihre laufenden Kosten und ihr Leben finanzieren können. Reallohnverlust und Kaufkraftverlust sind nicht hinnehmbar und auch die Arbeitgeber sollten Interesse daran haben, die Kaufkraft der eigenen Belegschaft zu stärken. Denn die Beschäftigten sind oft die besten Kunden dieser Unternehmen, wenn sie es sich finanziell noch leisten können,“ so Schäuble.
Derzeit bieten die Arbeitgeber 2,4 % mehr im ersten Jahr bei 6 Nullmonaten und 2 % mehr im zweiten Jahr nach 3 Nullmonaten.
Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten der Branche 250 Euro mehr sowie 150 Euro mehr an Auszubildendenvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Nächster Verhandlungstermin für den Einzel- und Versandhandel in Hessen ist der 24. August 2026.
Die zentrale Streikaktion startet mit einem Demonstrationszug gegen 11.30 Uhr ab dem DGB- Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Str.69-77. Gegen 12.15 Uhr findet eine Kundgebung an der Hauptwache, Frankfurt statt.