Die Gewerkschaft ver.di reagiert mit Kritik darauf, dass die Lahn-Dill-Kliniken ihren Klinikstandort Falkeneck in Braunfels schließen und fremdvermieten will. Die Klinik-Geschäftsführung hatte das der Wetzlarer Neuen Zeitung bekannt gegeben. Die geriatrische Abteilung, die dort untergebracht ist, soll nach Wetzlar verlegt werden.
Das Gebäude in Braunfels solle zeitnah vermietet werden, laut Geschäftsführung der Lahn-Dill-Kliniken an einen privaten Träger, der dort neurologische Reha anbieten will. Der zuständige Gewerkschaftssekretär Julian Drusenbaum:
„In Braunfels gibt es mit der BDH-Klinik bereits eine etablierte neurologische Reha-Klinik. Hier setzt also ein kommunales Krankenhaus einer etablierten Reha-Klinik direkt die Konkurrenz vor die Nase, in unmittelbare Nachbarschaft. Das schürt natürlich Ängste bei den Beschäftigten der BDH-Klinik um die Zukunft ihrer Einrichtung. Sie machen sich große Sorgen.“
Auch für die Mitarbeiter im Falkeneck habe die Schließung gravierende Folgen, so Drusenbaum. Derzeit seien im Falkeneck mehr als 100 Mitarbeiter der Lahn-Dill-Kliniken beschäftigt, auch viele langjährig Beschäftigte, die dann künftig zum Arbeiten nach Wetzlar oder in das 30 Kilometer entfernte Dillenburg fahren müssten.
Für Erstaunen sorge zusätzlich, dass die Lahn-Dill-Kliniken den Namen des Trägers nicht nennen, an den sie vermieten wollen, und sich auf eine Verschwiegenheitsvereinbarung berufen. „Das ist nicht transparent. Wir kritisieren das.“
Hier seien jetzt die Kreistagsabgeordnete in der Verantwortung, so Drusenbaum. Sie könnten dafür sorgen, dass der kommunale Träger nicht fahrlässig die Arbeitsplätze der Beschäftigten der BDH-Klinik in Gefahr bringe. „Wir erwarten, dass der Kreistag mehr Transparenz einfordert, bevor Entscheidungen getroffen werden, die so weitreichende Folgen für die Beschäftigten der Braunfelser Kliniken haben“, so Drusenbaum abschließend.