Im Rahmen der laufenden Tarifrunde für die rund 850 Beschäftigten der Apleona Logistics Services (ALS) ruft die Gewerkschaft ver.di zu einer Protestaktion in Neu-Isenburg auf. Die Beschäftigten werden eine Teilbetriebsversammlung verlassen, um auf der Straße eine Demonstration durchzuführen. Sie reagieren damit auf ein aus ihrer Sicht völlig ungenügendes Angebot der Arbeitgeberseite aus der vorangegangenen Verhandlungsrunde.
Die Arbeitgeber hatten eine Vertragslaufzeit von insgesamt 30 Monaten vorgeschlagen, beginnend am 1. Februar 2026. Das Angebot umfasst eine Einmalzahlung von 400 Euro für den Zeitraum bis Ende 2026 und eine tabellarische Erhöhung der Entgelte um lediglich 2,4 % ab Januar 2027.
Die Bundestarifkommission kritisiert insbesondere die lange Wartezeit bis zur nächsten tabellarischen Erhöhung. Da die letzte Steigerung im Mai 2025 erfolgte, bedeutet das vorliegende Angebot eine tabellarische Erhöhung von nur 2,4 % nach einer Wartezeit von 20 Monaten. Dies wird von den Arbeitnehmervertretern als deutlich zu wenig und nicht akzeptabel abgelehnt.
ver.di-Verhandlungsführer Christian Schadow: „Das vorliegende Angebot der Arbeitgeberseite ist angesichts der wirtschaftlichen Belastungen für die Beschäftigten unzureichend. Eine tabellarische Erhöhung von lediglich 2,4 Prozent nach einer Wartezeit von fast zwei Jahren ist faktisch ein Reallohnverlust. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten eine spürbare Anerkennung ihrer Arbeit und eine deutliche Nachbesserung bei den Entgelten sowie eine akzeptable Vertragslaufzeit.“
ver.di fordert in den Tarifverhandlungen für die bundesweit 850 Beschäftigten 8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Um den Forderungen nach einer deutlichen Entgeltsteigerung bei kürzerer Laufzeit Nachdruck zu verleihen, nutzt die Gewerkschaft die am Standort Neu-Isenburg anstehende Teilbetriebsversammlung für eine öffentliche Aktion. Die betroffenen Beschäftigten der Apleona Logistics Services versammeln sich hierzu am 30. April 2025 direkt vor dem Unternehmenssitz.
Die Aktion dient dazu, die Belegschaft unmittelbar vor Ort über den aktuellen Stand zu informieren und die geschlossene Unterstützung für die Tarifkommission sichtbar zu machen. ver.di fordert den Arbeitgeber auf, die Signale der Beschäftigten ernst zu nehmen und für den nächsten Verhandlungstermin am 11. Mai in Neu-Isenburg ein deutlich nachgebessertes Angebot vorzulegen.