Streik bei Amazon

Pressemitteilung vom 20.03.2026


Streiks zum Zuckerfest 20. und 21. März 2026 am Umbaustandort Bad Hersfeld

Die Gewerkschaft ver.di ruft den Standort Amazon in Bad Hersfeld vom 20. bis 21. März zum Streik auf. „Es ist schon ein starkes Stück, dass Amazon am Standort Bad Hersfeld langjährige Beschäftigte auf unproduktive Standzeiten – sogenannte Idle-Times – anspricht und Druck ausübt“, sagt Marcel Schäuble, ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiter Handel in Hessen. „Zum einen ist das Tracking der Beschäftigten und die damit verbundene Leistungskontrolle höchst problematisch, zum anderen ist das durchlaufende Warenvolumen zur Zeit deutlich reduziert und Leerläufe von Amazon selbst gesteuert“, so Schäuble. Der Standort in Bad Hersfeld befindet sich seit Herbst 2025 im Umbau auf Robotertechnologie. Die Belegschaft hat sich schon im Vorfeld des Umbaus nahezu halbiert. Ab Ende 2026 soll nach den Planungen der Standort wieder mit der bereits jetzt erreichten Personalstärke in Vollauslastung gehen.

„Die Vermutung liegt nahe, dass Amazon während der Umbauphase weitere langjährigen Beschäftigte abbauen will, um dann nach dem Umbau des Lagers über Neueinstellungen günstig neues Personal einzustellen“, sagt Schäuble. „Derzeit verdienen Einsteiger bei Amazon in Bad Hersfeld 17% weniger als langjährige Beschäftigte und haben in den ersten beiden Beschäftigungsjahren zusätzlich keinen Anspruch auf Sonderzahlungen. Die Menschen bei Amazon sind verärgert über diese Vorgehensweise und zeigt nach wie vor, wie wichtig der geforderte Tarifvertrag bei Amazon ist, um eben solche Lohndiskrepanzen abzuschaffen, die Beschäftigte am Ende gegeneinander ausspielen.“