An der Technischen Universität Darmstadt haben die Tarifverhandlungen für 5.000 Beschäftigte begonnen. ver.di fordert unter anderem eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro im Monat. Die Ausbildungsvergütung soll um 200 Euro monatlich erhöht werden. „Die Arbeit der Beschäftigten der TU Darmstadt ist herausfordernd und gesellschaftlich extrem wichtig. Sie verdienen eine angemessene Bezahlung“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Gabriel Nyč. Die Inflationsraten seien zwar wieder etwas zurückgegangen, die Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre aber noch nicht vollständig ausgeglichen. „Damit die Arbeitsplätze an der TU attraktiv sind, muss die Bezahlung Schritt halten mit der Tarifentwicklung in den Kommunen und anderswo. Sonst wird es noch schwerer, qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten.“
Ein zentrales Thema ist für ver.di die Erwartung, mehr Dauerstellen an der TU zu schaffen. Die Gewerkschaften hatten in der letzten Tarifrunde 2024 eine Vereinbarung mit der Landesregierung erreicht, mit der an den hessischen Hochschulen rund 400 wissenschaftliche Vollzeitstellen entfristet werden sollen. „Wir pochen darauf, dass diese Vereinbarung umgesetzt wird“, betonte ver.di-Tarifkommissionsmitglied Julia Fitzthum. „Die TU Darmstadt ist von den Zielvorgaben meilenweit entfernt. Trotz aller Debatten sind immer noch über 90 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Zeit angestellt. Das muss sich endlich ändern.“ Zudem fordert ver.di, dass die studentischen Hilfskräfte in den Tarifvertrag einbezogen werden. „Die studentischen Beschäftigten sind für den Hochschulbetrieb unverzichtbar. Es kann nicht sein, dass ihnen der Schutz des Tarifvertrags noch länger vorenthalten wird.“
ver.di hat bei der Verhandlung eine Vereinbarung vorgeschlagen, mit der die Verbesserungen aus dem Tarifvertrag des Landes Hessen auf die Beschäftigten der TU angewendet werden, wenn keine der Tarifparteien widerspricht. „Gerade angesichts der aktuellen Kürzungen ist es unsere zentrale Forderung, dass die Beschäftigten der TU Darmstadt bei den Arbeitsbedingungen keinesfalls schlechter gestellt werden als ihre Kolleginnen und Kollegen im restlichen Landesdienst“, sagte der stellvertretende Leiter des ver.di-Landesbezirks Hessen, Gabriel Nyč.
Die Verhandlungen werden am 20. April fortgesetzt. In den kommenden Wochen sind Warnstreiks und Demonstrationen zu erwarten, mit denen sich die TU-Beschäftigten für ihre Tarifforderungen stark machen werden.