Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Landes Hessen hat aus Gewerkschaftssicht keinerlei Fortschritt in der Sache gebracht. Auch ein Angebot der Arbeitgeberseite blieb weiterhin aus.
Zwei Tage lang hatten Gewerkschaften und Land ohne die Spitzen in Dietzenbach verhandelt. Der ver.di Bereichsleiter Tarifpolitik öffentlicher Dienst, Oliver Bandosz: „Die beiden Tage waren geprägt von wenig anerkennenden Bemerkungen der Arbeitgeberseite über die Arbeitsleistungen der Beschäftigten – ganz anders als die Äußerungen Innenminister Posecks beim Auftakt.“
So sei zwei Tage lang nicht darüber geredet worden, wann und in welcher Höhe die Tabellen- und Ausbildungsentgelte steigen sollen. Auch Themen wie die Erhöhung der Jahressonderzahlung und der Wohnzuschuss für Nachwuchskräfte seien auf Wunsch der Arbeitgeber auf die dritte Verhandlungsrunde vertagt worden. Die Übernahme von Auszubildenden soll nach wir vor an eine Note gebunden werden und vom Bedarf abhängig sein. Das Thema Landesticket wurde von Arbeitgeberseite als kostspielig thematisiert. Das Land hat signalisiert, dass sich die Beschäftigten an den Kosten des Tickets beteiligen sollen. Das Landesticket ist 2018 eingeführt worden und gilt seither als wesentlicher Anreiz für eine Stelle beim Land Hessen. Es erfreut sich großer Beliebtheit.
Der Arbeitgeber will auch weiterhin die prekären Arbeitsbedingungen der mehr als 12.000 studentisch Beschäftigten nicht tarifvertraglich normieren. Der hessische Tarifkoordinator Jens Ahäuser: „Das können die Beschäftigten so nicht hinnehmen. Sie werden darauf mit Streiks reagieren müssen. Die werden wir jetzt vorbereiten und den Protest dann auf die Straße tragen. Das Land muss sich bewegen.“
Die Gewerkschaften fordern für die zirka 58.000 Landesbeschäftigten 7 % mehr Geld, mindestens aber 300 Euro. Das Entgelt für die Auszubildenden soll um 200 Euro monatlich steigen. Nach der Ausbildung sollen sie ohne Notenbezug unbefristet übernommen werden. Studentische Beschäftigte sollen in den Tarifvertrag aufgenommen werden.
Außerdem erwarten die Gewerkschaften unter anderem, dass die Jahressonderzahlung in Hessen auf 100 Prozent des Monatsentgelts erhöht wird. Auszubildende und Praktikant*innen sollen einen Wohnzuschuss in Höhe von 50 Euro erhalten.
Mögliche Tarifergebnisse sollen zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamte übertragen werden.
Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet am 26.und 27.März in Seeheim-Jugenheim statt.