Dritte Tarifverhandlungsrunde hessischer Einzelhandel

Pressemitteilung vom 12.06.2026

Bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im hessischen Einzelhandel haben die Arbeitgeber in dritter Runde in Raunheim kein neues Angebot vorgelegt. Sie bekräftigten das seit fünf Wochen unterbreitete Angebot von zunächst sechs Monaten ohne Entgelterhöhung und einer Steigerung von 2% ab dem 7. Monat im ersten Jahr der Laufzeit, sowie 1,5% nach weiteren drei Nullmonaten in einem zweiten Jahr der Laufzeit. „Die Arbeitgeber haben am heutigen Verhandlungstag die Chance vertan, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Mit ihrer Haltung, gar kein neues Angebot nach Wochen des Stillstands zu unterbreiten, tragen sie die Verantwortung dafür, dass sich der Tarifkonflikt verschärft,“ sagt Marcel Schäuble, ver.di-Verhandlungsführer im Handel Hessen.

„Die Kolleg*innen sind zurecht wütend über das bisherige Angebot, das für sie Reallohnverlust bedeutet. Rund 350 Streikende protestierten vor dem Verhandlungslokal und unterstrichen ihre Forderung nach einer spürbar und finanziell entlastenden Entgelterhöhung. Parallel wurden von rund 200 Beschäftigten nahgelegene Rewe Logistikzentren in Raunheim und Kelsterbach erstmals bestreikt. Sie sind umso entschlossener, den Tarifkonflikt weiter zuzuspitzen, nachdem sie erfuhren, dass die Arbeitgeber heute nichts Neues zu bieten hatten. Angesichts der guten Umsätze in der Branche ein Skandal,“ so Schäuble. Der Einzelhandel in Hessen erwirtschaftete im Jahr 2025 ein sattes Umsatzplus von 5%.

ver.di fordert für die rund 240.000 Beschäftigten des Einzelhandels

  • 250,- Euro monatlich mehr je Entgeltgruppe
  • 150,- Euro monatlich mehr an Auszubildendenvergütung pro Auszubildendenjahr
  • Laufzeit 12 Monate

Nächster Verhandlungstermin ist der 6. Juli 2026.