Die Gewerkschaft ver.di ist zufrieden mit der Tarifeinigung, die in der Nacht für öffentlichen Personen-Nahverkehr von Hessen erzielt worden ist. ver.di-Verhandlungsführer Philipp Schumann: Wir konnten nicht alle Forderungen durchsetzen, mussten auch Zugeständnisse machen. Aber wir haben die Arbeitgeber bis an den Rand des möglichen geführt. Es ist ein klassischer Kompromiss geworden.“
Nach fünf Warnstreiks konnten sich die Tarifparteien in der vierten Verhandlungsrunde auf ein Ergebnis verständigen. Es sieht im Wesentlichen eine neue Entgeltordnung vor. Das heißt, Stellenbeschreibungen wurden aktualisiert und werden nunmehr höher vergütet. Davon profitieren unter anderem Fahrausweisprüfende, Wagenreinigung, Putzpersonal, Haushandwerker, allgemeine Verwaltung, oder Beschäftigte in der Buchhaltung. Philipp Schumann: „Die Wertigkeit der Stellenbeschreibungen war zu niedrig. Wir konnten bessere Einstufungen erreichen.“
Die Kürzungen bei der Entgeltaufstockung im Krankengeld sind vom Tisch. Zuschläge werden künftig aus Basis des individuellen Gehalts gezahlt und nicht mehr von einem festen Betrag für alle ausgehend berechnet. Die Ballungsraumzulage wird ausgeweitet, wovon vor allem Beschäftigte in Marburg und Gießen profitieren.
ver.di konnte sich nicht mit allen Forderungen durchsetzen. Die Zulage für Mitarbeitergewinnung wird künftig mit Tarifsteigerungen verrechnet werden. Als Nachteil bezeichnet Schumann es auch, dass die Entgeltordnung eine lange Laufzeit hat. Sie kann erst 2031 wieder verhandelt werden.
Es gilt eine Erklärungsfrist. ver.di wird eine Mitgliederbefragung durchführen.