Land Hessen muss Tariftreue ernstnehmen

Pressemitteilung vom 09.03.2026

ver.di Hessen und GEW fordern im Rahmen der Tarifrunde Hessen 2026, die rund 12.000 studentischen Hilfskräfte in den Tarifvertrag des Landes Hessen, TV-H, einzugliedern.

Über 12.000 studentische Hilfskräfte arbeiten an den hessischen Hochschulen – und damit beim Land Hessen – bislang jedoch ohne tariflichen Schutz. Dabei übernehmen sie zentrale Aufgaben in Lehre, Forschung und Verwaltung und halten den Hochschulbetrieb vielerorts am Laufen.

„Studentische Hilfskräfte sind unverzichtbar für unsere Hochschulen. Ohne sie würde vieles in Forschung, Lehre und Verwaltung schlicht nicht funktionieren“, sagt Stefan Röhrhoff, Landesfachbereichsleiter Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft bei ver.di Hessen. „Gleichzeitig sind sie die größte Gruppe von Landesbeschäftigten ohne Tarifvertrag. Kurze Verträge, die Bezahlung nur knapp über dem Mindestlohn und keine tariflichen Schutzrechte – diese Tariflücke muss endlich geschlossen werden. Wer für das Land Hessen arbeitet, muss auch unter den Schutz eines Tarifvertrags fallen.“

ver.di und GEW fordern deshalb das hessische Innenministerium auf, studentische Beschäftigte in der laufenden Tarifrunde in den TV-H aufzunehmen und damit endlich tariflich abzusichern. Studentische Beschäftigte seien keine Beschäftigten zweiter Klasse. Laut den Gewerkschaften leisten sie wichtige Arbeit für die Hochschulen und gehörten in den Tarifvertrag.

„Studentische Hilfskräfte verdienen sichere Arbeitsbedingungen, verlässliche Verträge und faire Bezahlung – und das geht nur mit einem Tarifvertrag“, erklärt Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen. „Hessen hat mit dem Vergabe- und Tariftreuegesetz ein wichtiges Instrument geschaffen, um tarifliche Standards bei öffentlichen Aufträgen zu sichern. Umso widersprüchlicher ist es, dass tausende eigene Landesbeschäftigte bislang nicht Teil der tarifrechtlichen Regelungen des TV-H sind. Wenn die Landesregierung die Tariftreue ernst nimmt, darf sie ihre eigenen Beschäftigten nicht davon ausschließen“, fordert Claar abschließend.

 

Mehr zu den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst Hessen.