Die erste Tarifverhandlung für die rund 120.000 Beschäftigten im hessischen Großhandel endeten ergebnislos ohne Angebot der Arbeitgeber. „Das ist ein Affront gegenüber den Beschäftigten und angesichts der enormen Belastungen unangemessen. Die Preise steigen immer höher. Es bleibt neben den Ausgaben für das Notwendigste wie Miete, Lebensmittel und Verkehr kaum mehr finanzieller Spielraum für Anschaffungen oder zusätzliche Altersvorsorgeaufwendungen,“ sagt Marcel Schäuble, ver.di Verhandlungsführer Handel Hessen. „Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist für viele Beschäftigte in der Branche bereits heute kaum mehr finanzierbar. Dass vor diesen Hintergründen die Arbeitgeber am ersten Verhandlungstag am 4. Mai 2026 kein Angebot vorgelegt haben, ist respekt- und verantwortungslos gegenüber denjenigen, die tagtäglich den Laden am Laufen halten. Denn sie sind es, die dazu beigetragen haben, dass der hessische Großhandel im Jahr 2025 eine solide und überdurchschnittliche Entwicklung genommen hat. Bei 6,4% Umsatzplus und preisbereinigt um 4% Plus erwarten die Menschen Anerkennung und Wertschätzung statt Nullkommanichts,“ so Schäuble.
Die Tarifverhandlungen werden am 1. Juni 2026 fortgesetzt.
ver.di fordert in der Tarifrunde
250,- Euro mehr monatlich je Entgeltgruppe
150,- Euro mehr an Azubivergütung monatlich je Lehrjahr
Laufzeit 12 Monate