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Warnstreiks in Südhessen

Warnstreiks in Südhessen

29.09.2020

Im Rahmen der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes ruft die Gewerkschaft ver.di Beschäftigte in Südhessen zwischen morgen, Dienstag, 29. September und Donnerstag, 1.Oktober zu je eintägigen Warnstreiks auf. Streiks gibt es in folgenden Betrieben: Stadt Pfungstadt, Stadt Weiterstadt, Gesundheitszentrum Odenwaldkreis, AWO Integra, AWO Integra Bildung, AWO Senioren und Pflege in Brensbach und Michelstadt, Landratsamt Odenwaldkreis sowie das Kreiskrankenhaus Bergstraße, Vitos Heppenheim und Landratsamt Bergstraße.

In Darmstadt sind aufgerufen das Klinikum Darmstadt, Emilia Seniorenresidenz, das kommunale Gebietsrechenzentrum ekom21, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und die Stadt Darmstadt.

„Gerade noch wurde den Beschäftigten in der öffentlichen Daseinsvorsorge und speziell im Gesundheitswesen für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber von Aufwertung und Anerkennung nichts mehr wissen – das passt nicht zusammen“, kritisiert Gewerkschaftssekretär Filippo Rinallo. Deshalb machen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und von Kliniken und Gesundheitseinrichtungen bundesweit Druck für ihre Tarifforderungen.

ver.di fordert für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten Entlastung durch zusätzliche freie Tage und die Angleichung der Arbeitszeiten im Osten an das westdeutsche Niveau. „Unsere Forderungen und Erwartungen sind moderat und berücksichtigen diese besondere Zeit“, betont Sabine Bondzio, Gewerkschaftssekretärin für den kommunalen Bereich. „Entgelterhöhungen sind nicht nur aus Sicht der Betroffenen nötig. Sie sind auch wichtig, um die Kaufkraft und damit die Konjunktur anzukurbeln. Es wäre völlig falsch, gegen die Krise anzusparen – auch in der Tarifpolitik.“

Für das Gesundheitswesen führen die Tarifparteien zusätzliche Gespräche, um die spezielle Situation in den Blick zu nehmen. ver.di erwartet unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. Zudem sollen die Versprechen aus der letzten Tarifrunde umgesetzt werden, auch im Gesundheitswesen die Pausen in Wechselschicht auf die Arbeitszeit anzurechnen und den Samstagszuschlag auf 20 Prozent anzuheben. „Diese Verbesserungen sind dringend nötig, um die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv zu machen“, erklärt Gewerkschaftssekretär Armin Loew für den Bereich des Gesundheitswesens. „So können in Zukunft genug Arbeitskräfte für diesen so wichtigen Bereich gewonnen und gehalten werden. Jetzt haben die Arbeitgeber Gelegenheit, die Aufwertung dieser Branche anzugehen.“

Bei den geplanten Aktionen vor Ort werden diese Themen zur Sprache kommen. Die Hygieneregeln werden beachtet. Die Aktionen eignet sich zur Bildberichterstattung.

Folgend die Auflistung der Aktionen und Betriebe im Warnstreik:

Am 29.September:

  • GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Streikposten von 7.00 – 12.00 Uhr

Am 30.September:

  • Gesundheitszentrum Odenwaldkreis, AWO Integra, AWO Integra Bildung, AWO Senioren und Pflege in Brensbach und Michelstat und Landratsamt Odenwaldkreis mit Kundgebung und Demonstrationszug in Erbach (ab 9.00 Uhr Wiesenmarkt) sowie
  • das Kreiskrankenhaus Bergstraße, vitos Heppenheim und Landratsamt Bergstraße mit Kundgebung und Demonstrationszug in Heppenheim (ab 9.30 Uhr, Parkplatz Kreiskrankenhaus).

Am 01.Oktober:

  • Demozug „Umrundung des Klinikums Darmstadt“, Treffpunkt um 9:30 am Parkplatz Gericht (Steubenplatz /Friedrichstraße)
  • Aktion ‚Pflege am Boden‘, Darmstadt um 13.00 Uhr, Luisenplatz Darmstadt (auf der Seite des RP-Gebäudes).