Pressemitteilungen

ver.di+Horst Bingelstiftung-Preis

ver.di+Horst Bingelstiftung-Preis

14.12.2018

Die Berliner Autorin Ulrike Almut Sandig wird in diesem Jahr für ihr lyrisches Werk geehrt. Aus der Begründung der Jury:

»Ulrike Almut Sandig wagt in ihren Gedichten viel, sie gewinnt alles: den Ausdruck eines lyrischen Ichs, das sich auf keine Identität mit sich selbst verlässt; den souveränen Bezug auf Menschheitsfragen, die unaufgelöst blieben; eine dichterische Stimme, die für sich allein spricht, doch in deren Individualität sich Schmerz- wie Glückszonen unserer Zivilisation spiegeln.
Aus den Texten spricht ein so gegenwärtiger wie zeitloser Glaube an lyrische Ausdruckskraft, die vor der Versprachlichung menschgemachten Grauens nicht zurückschreckt und dieses damit überwindet: mit dem Versprechen, das aus dem Im Anfang stehenden Wort erwächst.
Ulrike Almut Sandig verknüpft literarische Kunstfertigkeit mit immanenter Sprachkritik, dichterische Autonomie mit radikaler Gesellschaftskritik, unser Erstaunen über ihr geleistetes Werk mit dem Wunsch auf Weiterlesen.«

Ulrike Almut Sandig wurde 1979 in Sachsen geboren. Sie legte ihr lyrisches Debüt mit dem Band Zunder vor (2005), es folgte Streumen (2007). Flamingos (2010) ist ein Erzählband. Ihr aktueller Gedichtband trägt den Titel Ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt. 

Vertonungen ihrer Gedichte, Grenzgänge in Hörspiel, Musik und Film entstehen in internationaler Kooperation mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen.

Die Übergabe des Preises erfolgt

am 21. Februar 2019

Im Universitätsarchiv Frankfurt, Dantestrasse 9,

60325 Frankfurt am Main.

 

Die Laudatio hält die Germanistin Professorin Dr. Heike Bartel.

Der Horst Bingel-Preis für Literatur ist mit 8.000 Euro dotiert. Er wird gemeinsam von der Horst Bingel-Stiftung für Literatur e.V. und ver.di Hessen verliehen. Die Jury: Barbara Bingel, Wolfgang Schopf (Horst Bingel Stiftung für Literatur); Jürgen Bothner, Mara Pfeiffer (ver.di Hessen); Hans Sarkowicz (Hessischer Rundfunk, Gastjuror).