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Ippen begeht Tarifflucht mit Frankfurter Neue Presse

Ippen begeht Tarifflucht mit Frankfurter Neue Presse

04.07.2018

Die Gewerkschaft ver.di reagiert mit schärfster Kritik auf die Pläne der neuen Eigentümer der Frankfurter Societäts-Medien, den Tarifvertrag verlassen zu wollen.

Landesfachbereichsleiter Medien, Manfred Moos: „Nun scheinen sich die Befürchtungen zu bestätigen, die mit der Übernahme durch die Ippen-Gruppe und die Verlegerfamilie Rempel entstanden sind. Bereits bei den Verkaufsverhandlungen wurde die Mitbestimmung nicht eingehalten, Betriebsräte wurden nicht informiert. Genau im selben Stil geht es grade weiter. Der Personalabbau in der Redaktion führt bereits zu einer Verdichtung der Arbeit. Nun sollen die Kolleginnen und Kollegen auch noch von den ohnehin bescheidenen Tarifabschlüssen ausgeschlossen werden.“

Die neuen Eigentümer der Frankfurter Societäts-Medien GmbH haben angekündigt, in den sogenannten OT-Status (=Ohne Tarif) des Verbands Hessischer Zeitungsverleger (VHZV) wechseln zu wollen. Damit verfolgt die Geschäftsführung das Ziel, Redakteurinnen und Redakteure künftig nicht mehr nach Tarif zahlen zu müssen.

ver.di wird Gegenmaßnahmen beraten. Manfred Moos: „Die Kolleginnen und Kollegen der Frankfurter Neuen Presse werden den Ausstieg aus dem Tarif nicht kampflos hinnehmen. Die Belegschaft hat immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie bereit ist, sich für ihre Rechte einzusetzen, zuletzt durch zahlreiche Streiktage in der aktuellen Tarifrunde.“

Ippen und die Rempel-Familie hatten die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Neue Presse im Februar gekauft. Damit erweiterte die Verlagsgruppe des Münchener Verlegers Dirk Ippen ihren Einfluss in Hessen erheblich. Der Ippen-Gruppe gehören unter anderem bereits die Offenbach Post, die Hessische/Niedersächsische Allgemeine in Kassel, die Hersfelder Zeitung und die Gießener Allgemeine sowie zahlreiche Anzeigenblätter und Druckereien in Kassel und Offenbach. Bundesweit galt die Ippen-Gruppe mit zahlreichen weiteren Blättern und Druckereien in mehreren Bundesländern als die Nummer sechs unter den deutschen Zeitungsverlagen.