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Tarifergebnis Potsdam gilt nicht für ÖPNV Hessen

Tarifergebnis Potsdam gilt nicht für ÖPNV Hessen

25.10.2020

Nach dem Tarifabschluss für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen rücken die Beschäftigten des hessischen ÖPNV in den Fokus von ver.di Hessen. Da der Landestarifvertrag (TV-N) gekündigt ist, gilt diesmal das Potsdamer Ergebnis für sie nicht automatisch. Landesbezirksleiter Jürgen Bothner: „Wir erwarten, dass auch für die 4.500 Beschäftigten des hessischen ÖPNV der Tarifvertrag über eine einmalige Corona-Sonderzahlung durch den Kommunalen Arbeitgeberverband Hessen nachgezeichnet wird. Am Dienstag besteht Gelegenheit dazu, wenn in Hessen die Tarifrunde vereinbarungsgemäß fortgesetzt wird. Da die Corona-Prämie noch in diesem Jahr ausbezahlt werden muss, um steuer- und abgabenfrei zu sein, drängt die Zeit.“

Bothner bezeichnete den Tarifabschluss als hart erkämpft im Bewusstsein der Corona-Lage: „Die zahlreichen Warnstreikaktionen haben dazu beigetragen, dass aus einem völlig unzureichenden Angebot in der 3. Verhandlungsrunde nun ein respektables Ergebnis errungen werden konnte. Dieses Ergebnis mit Verbesserungen vor allem für die unteren und mittleren Einkommensgruppen sowie für den Bereich Pflege und Gesundheit wären ohne die große Beteiligung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst nicht möglich gewesen. Es ist ein gutes Ergebnis, das in die Zeit passt.“

Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent, mindestens aber 50 Euro sowie zum 1. April 2022 um weitere 1,8 Prozent. Auszubildende bekommen jeweils 25 Euro mehr.

Für die Pflegekräfte wurden gesonderte Gehaltssteigerungen vereinbart. Ab März 2021 wird eine Pflegezulage von 70 Euro gezahlt, die ein Jahr später auf 120 Euro erhöht wird. Die Zulage in der Intensivmedizin wird mehr als verdoppelt auf 100 Euro monatlich, die Wechselschichtzulage steigt von 105 auf 155 Euro monatlich. In den Betreuungseinrichtungen wie Altenheimen wird die Pflegezulage mit einem Plus von 25 Euro auf Gleichstand mit den kommunalen Krankenhäusern gebracht. Ärzte in den Gesundheitsämtern erhalten ab März 2021 eine Zulage von 300 Euro monatlich.