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ver.di zu Gute Kita Gesetz in Hessen

ver.di zu Gute Kita Gesetz in Hessen

30.09.2019

ver.di Hessen begrüßt, dass das Sozialministerium die Situation in hessischen Kitas verändern will. Trotzdem muss einiges noch besser werden. Diese Auffassung von ver.di Hessen spiegelt sich auch in den jüngsten Ergebnissen des Ländermonitorings frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung wider. „Wir stimmen der Studie uneingeschränkt zu, dass die Personalausstattung in jeder Betreuungsform kindgerecht sein muss“, sagt Dr. Kristin Ideler, bei ver.di Hessen zuständige Gewerkschaftssekretärin für Kindertagesstätten.

„Wir fordern seit Jahren und auch zuletzt in Bezug auf das sogenannte Gute Kita Gesetz (KiQuTG) vom Bund, der den Ländern zusätzliches Geld zur Verfügung stellt, dass die Fachkraft-Kind-Relation in Hessen deutlich besser werden muss. Jetzt ist mehr Geld dafür da und wir erwarten, dass dauerhaft in mehr qualifiziertes Personal und bessere Rahmenbedingungen sowie in eine Ausbildungs-Offensive für den Erzieher*innen-Beruf investiert wird“ so Ideler weiter.

Denn wie die Bertelsmann-Studie bestätigt, steigt in Hessen der Fachkräftemangel seit Jahren kontinuierlich an und derzeit fehlen 8.000 Fachkräfte. Die von ver.di geforderte Ausbildungs-Offensive soll dazu dienen, mehr Menschen für den Beruf zu begeistern und langfristig zu halten, indem die Ausbildung kostenfrei wird und tariflich vergütet. Die Anleiter*innen in den Einrichtungen müssen mehr Ressourcen (Zeit und Geld) für ihre Tätigkeit als Ausbilder*innen erhalten. Auszubildende sollen während der Ausbildung nicht mehr als Fachkraft gezählt werden, nur um kostengünstig Personallöcher zu stopfen, denn sie sind noch keine Fachkräfte.

Saskia Jensch, Gewerkschaftssekretärin am Fachbereich Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, berichtet vom Fachgespräch im hessischen Sozialministerium vergangene Woche zum Gute Kita Gesetz: „Wir sind froh, dass unsere gewerkschaftlichen Forderungen dort nun zunehmend Gehör finden und das Geld vom Bund für das Gute Kita Gesetz in Hessen auch für eine Verbesserung des Personalschlüssels und der Ausbildungsbedingungen Verwendung finden.“ Jensch fährt fort: „Insbesondere die Erhöhung der Ausfallzeiten, die Einführung einer verbindlichen Leitungsfreistellung und die Erhöhung der Grundpauschale für alle Kinder sind Schritte in die richtige Richtung.“

Leider aber reicht das Geld vom Bund nicht aus. Damit in Hessen die Betreuungsqualität und die Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte nachhaltig verbessert werden können, muss das Land Hessen seinen Finanzanteil deutlich erhöhen. Der Beitrag, den die Kommunen bei der Kinderbetreuung schultern müssen, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Die Situation hat sich durch die Gebührenbefreiung von Eltern im letzten Jahr nochmal weiter verschärft. „Wir begrüßen daher, dass das Land hier künftig endlich mehr Verantwortung übernimmt und auch über das Gute Kita Gesetz hinaus dauerhafte Finanzierungszusagen in Aussicht gestellt hat“, resümiert Dr. Kristin Ideler für ver.di Hessen als größter berufsständischer Interessenvertretung für Erzieher*innen in Hessen den aktuellen Gesprächsstand mit dem Land zum Gute Kita Gesetz.