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1.Runde Tarifverhandlungen Einzel-/Versandhandel ohne Ergebnis

1.Runde Tarifverhandlungen Einzel-/Versandhandel ohne Ergebnis

13.05.2019

„Erwartungsgemäß kamen die Arbeitgeber heute mit den längst bekannten Fakten ‚um die Ecke‘. Ihr Angebot für Entgeltsteigerungen von 1,5 Prozent für dieses und 1,0 Prozent für nächstes Jahr war für uns unannehmbar. Denn das wäre fürs Leben zu wenig. Solche Erhöhungen führten nämlich angesichts der steigenden Inflationsrate nicht bloß zu einem ‚Nullsummenspiel‘, sondern zu einem glatten Reallohnverlust“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer der ver.di Hessen: „Zudem gab es seitens der Arbeitgeber keine Bereitschaft, über eine soziale Komponente für die Beschäftigten in den unteren Gehaltsgruppen auch nur ernsthaft zu verhandeln. Und einen gemeinsamen Antrag mit ver.di beim hessischen Sozialministerium, die Branchentarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären, lehnten sie wie in den vergangenen Jahren erneut rundweg ab.“

Die Tarifverhandlungen werden am 27. Juni 2019 fortgesetzt. ver.di ruft die Beschäftigten des hessischen Einzel- und Versandhandels jetzt auf, sich durch betriebliche wie öffentliche Aktionen und Streiks direkt in die Tarifrunde einzumischen. Damit soll auf das Festhalten an den gut begründeten Forderungen für diese Tarifrunde aufmerksam gemacht werden:

1. Erhöhung der Gehälter und Löhne um einen Euro je Stunde. Dabei geht es um eine enorm wichtige soziale Komponente: Niedrige Einkommen sollen überproportional angehoben werden, um die „Schere“ der Entgeltgruppen nicht weiter zu öffnen.

2. Steigerung der Vergütung der Auszubildenden auf 1.000 Euro im 1. Ausbildungsjahr, 1.100 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 1.200 Euro im 3. Ausbildungsjahr. Wer die desaströse Personalpolitik in der Branche beenden und der Ausbildung wieder ein unverkennbar positives Profil und Image geben will, muss die jungen Leute finanziell stärker motivieren.

3. Die Tarifverträge sollen für allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit könnte der Dumpingsumpf bei der Bezahlung im Handel nachhaltig ausgetrocknet, der Verdrängungswettbewerb auf Kosten der Beschäftigten etwas eingedämmt und die häufig prekäre Einkommenssituation in der Branche ein wenig entspannt werden.