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Warnstreik öffentlicher Dienst Marburg

Warnstreik öffentlicher Dienst Marburg

05.10.2020

Die Gewerkschaft ver.di setzt ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Hessen fort. Morgen, Dienstag, 6.10.2020 sind in Marburg aufgerufen: alle Tarifbeschäftigten, Auszubildenden und Praktikant*innen bei der kommunalen Verwaltung, des Dienstleistungsbetriebs Marburg (DBM), bei den Stadtwerken Marburg GmbH, der Marburger Entsorgungs GmbH sowie der Marburger Kommunalentsorgungs GmbH. Der Streik ist ganztägig, beginnt mit dem jeweiligen Frühdienst und endet mit Spätschichtende.

Am Vormittag wollen die Streikenden ihre Forderungen an den Marburger Oberbürgermeister Spies übergeben. Sie wollen ihn überzeugen, sich bei der Arbeitgeberseite, der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber, VKA für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen.

Treffpunkt ist ab 07:00 Uhr vor dem Cineplexx-Kino in Marburg. Der weitere Ablauf wird dann am Treffpunkt bekanntgegeben.

Der Arbeitskampf findet unter Coronabedingungen statt. Auf Abstand und Hygiene wird besonderen Wert gelegt. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen ist Pflicht.

„Gerade die Pandemie zeigt: Der öffentliche Dienst ist systemrelevant. Die Arbeit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist unverzichtbar“, so Gewerkschaftssekretär Holger Simon, ver.di Mittelhessen.

Nach diesem Motto haben die Beschäftigten in Bund und Kommunen mit ihrer täglichen Arbeit in der Coronapandemie das Land zusammengehalten und tun es weiterhin. Sie beraten, betreuen und unterstützen die Bürgerinnen und Bürger oft an vorderster Front.

Für diesen großen persönlichen Einsatz, der auch mit einem hohen gesundheitlichen Risiko einhergeht, müssen die rund 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen eine angemessene Anerkennung bekommen.

Wirtschaftliche Krise und sinkende Steuereinnahmen könnten kein Argument gegen eine angemessene Anerkennung der Leistung sein, so Simon weiter. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes hätten ein Recht auf gute Bezahlung. Außerdem stärkten gute Tarifabschlüsse die Kaufkraft und stabilisierten damit die wirtschaftliche Entwicklung.

Mit Applaus lassen sich die Beschäftigten jedenfalls nicht „abklatschen“, so Gewerkschaftssekretär Holger Simon weiter.

„Die Beschäftigten wollen nun auch ein Zeichen des fairen Anstandes von den Arbeitgebervertreterinnen und Arbeitgebervertretern sehen. Anerkennung und Leistung müssen sich bemerkbar machen und dazu gehört es sich, bei der dritten Verhandlungsrunde ein entsprechendes Angebot abzugeben.“

ver.di fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, beziehungsweise einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden.