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Erste hessische Warnstreiks Tarifrunde Öffentlicher Dienst

Erste hessische Warnstreiks Tarifrunde Öffentlicher Dienst

23.09.2020

Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ohne Ergebnis blieb, ruft ver.di wie angekündigt zu Warnstreiks auf.

In Hessen gibt es einen ersten Warnstreiktag am Donnerstag, 24.9. in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen und in einzelnen Trägern der Sozialen Arbeit. Gestreikt wird einen Tag lang, von Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätschicht. Der örtliche Schwerpunkt liegt im Großraum Frankurt, konkret in Frankfurt, Offenbach, Friedberg und Bad Nauheim.

In den Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen ist die Notfallversorgung sichergestellt. Geplante Operationen könnten verschoben werden. Die ver.di-Streikleitung hat angekündigt, Streiks abzusagen, sollten sich in einzelnen Häusern erhöhte Corona-Infektionen zeigen. 

Der Arbeitskampf findet unter Coronabedingungen statt. Auf Abstand und Hygiene wird besonderen Wert gelegt. Außerdem wird sich die Streikstärke erstmals nicht an der Anzahl der Demonstrierenden ablesen lassen. ver.di überlässt die Entscheidung, zur Kundgebung zu kommen, den Streikenden. Es wird damit gerechnet, dass die Häuser Delegationen schicken.

Der Demonstrationszug führt von zwei Seiten am Vormittag auf das Bürgerhospital* in Frankfurt zu. Der dortige Geschäftsführer Heyl ist bei der Arbeitgeberorganisation Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände VKA Gruppenausschussvorsitzender für das Gesundheitswesen. Die Streikenden wollen die von ihm geleitete Klinik aufsuchen, um dort ihre Forderungen in der Tarifrunde noch einmal vorzubringen. Das Bürgerhospital soll symbolisch von ihnen eingekreist werden.

Zum Warnstreik aufgerufen sind folgende Betriebe:

  • Sana Klinikum Offenbach
  • Klinikum Frankfurt Höchst
  • Gesundheitszentrum Wetterau mit den Klinken Bürgerhospital in Friedberg, Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim und dem städtischen Haus in Schotten

 

  • Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe
  • AWO-Johanna Kirchner Stiftung
  • Henry und Emma Budge Stiftung
  • Seniorenzentrum Offenbach

 

  •  Einrichtungen des AWO Bezirksverbandes Hessen Süd im ver.di-Bezirk Frankfurt am Main und Region

 

  • AWO-Kreisverband Frankfurt
  • Verein für Arbeits-und Erziehungshilfe
  • Frankfurter Verein für soziale Heimstätten
  • Praunheimer Werkstätten
  • Oberurseler Werkstätten

ver.di fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, beziehungsweise einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden. Gefordert wird die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. Darüber hinaus soll das Thema der Entlastung der Beschäftigten in den Tarifverhandlungen behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Verhandlungstisch eingebracht.
Das Ergebnis insgesamt soll später zeit- und wirkungsgleich auf Beamt*innen übertragen werden.

*Der Demonstrationszug startet von zwei Punkten aus, einmal um 10.30 Uhr an der U-Bahn-Haltestelle Adickesallee und vom August Stunz Zentrum im Röderbergwerg ebenfalls um 9.45 Uhr. Beide Züge bewegen sich dann in Richtung Nibelungenallee, wo sie vor dem Bürgerhospital (Nibelungenallee 37, 60318 Frankfurt am Main) aufeinandertreffen.