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Mehrheit der Pflegefachkräfte gegen Pflegekammer

Mehrheit der Pflegefachkräfte gegen Pflegekammer

19.11.2018

Die Gewerkschaft ver.di begrüßt, dass sich die hessischen Pflegefachkräfte in einer Umfrage des Sozialministeriums mit klarer Mehrheit gegen die Gründung einer Landespflegkammer ausgesprochen haben. „Pflege braucht auch in Hessen Aufwertung und Entlastung durch gute Arbeitsbedingungen, verbindliche Personalmindeststandards und angemessene Bezahlung. Dafür müssen die politisch Verantwortlichen und die Arbeitgeber sorgen. Statt auf eine Pflegekammer mit verpflichtender Mitgliedschaft setzen wir auf das freiwillige Engagement von Pflegekräften für bessere Arbeitsbedingungen. Die hessischen Pflegekräfte sehen das mehrheitlich offenbar genauso“, erklärt Georg Schulze-Ziehaus, Leiter des Fachbereichs Gesundheit bei ver.di in Hessen.

„Die Pflegeberufe brauchen eine starke berufsfachliche Vertretung gegenüber der Landespolitik. ver.di bietet allen Parteien und Verbänden Gespräche darüber an, welche Wege hierfür am besten geeignet sind. Eine Pflegekammer mit Pflichtmitgliedschaft ist es nicht.“

Hintergrund: Die hessische Landesregierung hat in einer Umfrage alle hessischen Pflegefachkräfte befragt, ob sie die Gründung einer Landespflegekammer befürworten. Nach dem nun veröffentlichten Umfrageergebnis hat sich eine klare Mehrheit von 51,1 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen gegen die Gründung einer hessischen Pflegekammer ausgesprochen. 42,9 Prozent stimmten dafür, sechs Prozent der Befragten hatten keine Meinung.

Der hessische Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen der Gewerkschaft ver.di vertritt in Hessen rund 30.500 Mitglieder, davon etwa 15.000 Pflegekräfte, und ist damit der größte freiwillige Zusammenschluss von Pflegekräften in Hessen. ver.di sieht eine Pflegekammer mit verpflichtender Mitgliedschaft nicht als geeignetes Instrument zur Aufwertung der Pflegeberufe an und hat in der Befragung des hessischen Sozialministeriums daher empfohlen, diese abzulehnen.