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Universitäten: Befristungen coronabedingt jetzt zügig verlängern

Universitäten: Befristungen coronabedingt jetzt zügig verlängern

09.06.2020

ver.di fordert die hessischen Hochschulen und Universitäten auf, die neugeschaffene Möglichkeit der sechsmonatigen Verlängerung befristeter Arbeitsverträge flächendeckend zügig zu nutzen.

Der Vorsitzende des Landesfachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung, Stephan Schreck: „Die Bundesregierung hat vergangene Woche durch die Novelle des Wissenschafts-Zeitvertragsgesetzes WissZeitVG die Grundlagen dafür geschaffen, Verträge um sechs Monate zu verlängern. Der Ball liegt nun bei den Hochschulen im Land.“ Befristungen und Ketten-Befristungen seien an Universitäten nicht nur in Coronazeiten, sondern generell ein Problem, kritisiert Schreck. „Über 90 Prozent Befristungen unter wissenschaftlichen Beschäftigten und bis zu 35 Prozent in den Verwaltungen sind ein Skandal, den wir schon seit Jahren anprangern.“ Die Corona-Pandemie verschärfe die Lage dramatisch. Die Lehre habe auf digital umgestellt werden müssen, Forschung sei nur eingeschränkt möglich, Kinderbetreuung habe privat organisiert werden müssen, so der ver.di Fachbereichsvorsitzende. „All das verzögert Qualifikationsarbeiten. Besonders betroffen sind Frauen. Sie dürfen nicht die Verliererinnen der Pandemie werden.“

Die Gewerkschafter*innen fordern weiter, die Landesregierung müsse die Aussagen aus dem hessischen Hochschulpakt jetzt endlich konsequent umsetzen und Daueraufgaben auch in Dauerstellen umwandeln. ver.di Fachbereichsleiter Wissenschaft Gabriel Nyc: „Heute fordern wir die pauschale sechsmonatige Verlängerung aller befristeten Verträge. Grundsätzlich gehört jedoch die skandalöse Befristungspraxis an hessischen Hochschulen insgesamt infrage gestellt. Das Ausmaß an Befristungen verbaut Perspektiven und macht auch Wissenschaft in unserem Land unattraktiv. Wir wollen die Schaffung entfristeter Perspektive, auch unterhalb der Professur. Wenn sich das nicht gesetzlich verändert, fordern wir das Land Hessen und die autonomen Universitäten dazu auf, mit uns verbindliche Regeln zu treffen“, so Nyc abschließend.