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Start Tarifverhandlungen Einzelhandel

Start Tarifverhandlungen Einzelhandel

10.05.2019

 „Völlig überrascht zeigen sich die Arbeitgeber in jeder Tarifrunde über die Forderungen der ver.di. Dabei sind ihnen diese längst bekannt. Und was noch ‚besser‘ ist: Sie verhandeln in allen Tarifgebiet reihum auf gleichem Niveau. Spannend wird also nicht nur sein, was der Handelsverband Hessen zu unseren tarifpolitischen Zielen sagen wird, sondern ob er in diesem Jahr auch wieder Karussell fahren will“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer der ver.di Hessen: „Dennoch sollen ihnen unsere guten Argumente für eine deutliche Verbesserung der finanziellen Situation der Beschäftigten und Auszubildenden im Einzel- und Versandhandel nicht vorenthalten werden. Jede Forderung ist ein positives sozialpolitisches ‚Programm‘ und verdient es, mit aller Kraft durchgesetzt zu werden – und dazu die Arbeitgeber an ihrer Fürsorgepflicht zu packen.“

Die Tarifverhandlungen beginnen am kommenden Montag, 13. Mai, um 11 Uhr im Frankfurter Relaxa Hotel, Lurgiallee 2. Die ver.di-Tarifkommission Einzelhandel- und Versandhandel Hessen, in der sich Betriebsräte zahlreicher Unternehmen der Branche engagieren, hat hierzu folgende Forderungen erhoben:

1. Erhöhung der Gehälter und Löhne um einen Euro je Stunde. Dabei geht es um eine enorm wichtige soziale Komponente: Niedrige Einkommen sollen überproportional angehoben werden, um die „Schere“ der Entgeltgruppen nicht weiter zu öffnen.

2. Steigerung der Vergütung der Auszubildenden auf 1.000 Euro im 1. Ausbildungsjahr, 1.100 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 1.200 Euro im 3. Ausbildungsjahr. Wer die desaströse Personalpolitik in der Branche beenden und der Ausbildung wieder ein unverkennbar positives Profil und Image geben will, muss die jungen Leute finanziell stärker motivieren.

3. Die Tarifverträge sollen für allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit könnte der Dumpingsumpf bei der Bezahlung im Handel nachhaltig ausgetrocknet, der Verdrängungswettbewerb auf Kosten der Beschäftigten etwas eingedämmt und die häufig prekäre Einkommenssituation in der Branche ein wenig entspannt werden.