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2. Tarifrunde private Transport- und Logistikbranche Hessen

2. Tarifrunde private Transport- und Logistikbranche Hessen

25.11.2019

Die Tarifparteien der privaten Transport- und Logistikbranche VdV haben sich am Abend nach der zweiten Verhandlungsrunde ohne Annäherung getrennt.

Die Arbeitgeberseite hat in einem nachgebesserten Angebot eine jährliche Erhöhung der Stundenentgelte um 0,28 Euro bei einer Laufzeit von 36 Monaten und einem Nullmonat angeboten, für die Auszubildendenvergütung eine Erhöhung um 25 Euro pro Jahr. Dazu folgten sie der Gewerkschaftsforderung nach einer moderaten Anhebung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Andreas Jung, Verhandlungsführer ver.di: „Der Arbeitgebervorschlag würde für fast alle 50.000 Beschäftigten eine Entgelterhöhung von unter 2 Prozent festschreiben, und das für einen Zeitraum von drei Jahren.“ Das sei nicht verhandelbar und auch nicht akzeptabel.

Dazu kommt, dass die maßvolle Forderung nach einer Betriebszugehörigkeitszulage von 30 Euro nach vier Jahren und weiteren 30 Euro nach acht Jahren Betriebstreue von der Arbeitgeberseite mit dem Argument, „das gab’s noch nie - das wollen wir grundsätzlich nicht“ - abgeschmettert wurde. Auch der ver.dis Hinweis, dass die Honorierung der Betriebstreue in anderen Branchentarifverträgen üblich ist (Deutsche Post, Baden-Württemberg, Südbaden, Nordrhein-Westfalen, Bayern im kaufmännischen Bereich und selbst im Hamburger Speditionstarifvertrag) und das hessische Einkommensniveau sehr tief liege, ließ die Arbeitgeberseite unbeeindruckt. „Man sagte uns, wir sollten so lange streiken wie wir wollen, das sei in keinem Abschlußszenario denkbar“, so Jung weiter. So wiesen die Arbeitgeber die ver.di Forderungen am Verhandlungstisch ab. Unter den arbeitgeberseitig zu verantwortenden Umständen wurde kein weiterer Verhandlungstermin vereinbart. Die Friedenspflicht endet am 1.12.

ver.di fordert eine Aufwertung der Arbeitsverhältnisse unter anderem durch Erhöhung des monatlichen Grundentgeltes um einen Sockelbetrag von 75 Euro zuzüglich einer linearen Erhöhung von 3 Prozent. Außerdem soll es Zuschläge für langjährige Betriebszugehörigkeiten von 30 Euro geben. Damit will ver.di die Attraktivität des Arbeitsplatzes steigern und hoher Fluktuation entgegenwirken. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro pro Monat steigen, auf Beträge zwischen rund 900 und 1.000 Euro.