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1.Tarifrunde Einzel- und Versandhandel: kein Angebot der Arbeitgeber

1.Tarifrunde Einzel- und Versandhandel: kein Angebot der Arbeitgeber

27.04.2017

„Wie erwartet, wiesen die hessischen Einzelhändler in der heutigen Tarifverhandlung die Forderungen der ver.di zurück. Sitzen am Verhandlungstisch die großen Player der Branche, müssen die kleinen und mittelständischen Unternehmen immer wieder für deren Ablehnung einer deutlichen Erhöhung der Gehälter und Löhne herhalten“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen: „Wir hätten gerne mit ihnen ein gemeinsames Vorgehen gegen Altersarmut durch niedrige Einkommen aufgrund ausufernder Teilzeitbeschäftigung beschlossen. Auch wäre es sofort möglich, den Verdrängungswettbewerb durch allgemeinverbindliche Tarifverträge maßgeblich einzudämmen. Beides wollten die Arbeitgeber nicht einmal ernsthaft erwägen. Deshalb lehnten sie unsere Forderung nach einer festen Entgelterhöhung von einem Euro je Stunde für alle Beschäftigten ebenfalls rundweg ab. Wir werden also die Zeit bis zur nächsten Verhandlungsrunde nicht nur für eine ausgiebige Diskussion in den Belegschaften, sondern auch für betriebliche Aktivitäten nutzen. Wer sich aus der sozialen Fürsorgepflicht mir nichts, dir nichts verabschieden möchte, muss das Echo auch im eigenen Haus ertragen.“

Die Forderungen der ver.di-Tarifkommission Einzelhandel Hessen, in der Betriebsräte zahlreicher Unternehmen der Branche mitarbeiten, lautet:

1. Erhöhung der Gehälter und Löhne um einen Euro je Stunde. Dadurch sollen die derzeit im Einzelhandel noch am schlechtesten Bezahlten verhältnismäßig mehr Geld erhalten als die mit höheren Einkommen.

2. Anhebung der Vergütung der Auszubildenden auf 1.000 Euro im 1. Ausbildungsjahr, 1.100 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 1.200 Euro im 3. Ausbildungsjahr. Durch einen solchen sprunghaften Anstieg würden Auszubildende besonders gefördert und der Einzelhandel als Ausbildungsplatz attraktiver gemacht.

3. Die Tarifverträge sollen für allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit könnte verhindert werden, dass der Verdrängungs-, ja sogar immer mehr Vernichtungswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird und zu dauerhaft sinkenden Einkommen führt. Allgemeinverbindliche Tarifverträge sind ein wirksames Mittel gegen Armut heute und im Alter.