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Postbank: Kundgebung und Betriebsrätekonferenz in Kassel

Postbank: Kundgebung und Betriebsrätekonferenz in Kassel

28.09.2017

In Kassel treffen sich morgen, Freitag, den 29.September, 80 Betriebsräte der Servicegesellschaften der Postbank zu einer Konferenz. Eingeladen sind auch der Vorstandsvorsitzende der Postbank, Frank Strauß und Arbeitsdirektor Philipp Laucks. Die Betriebsräte werden ihren Unmut über das vorgelegte Angebot aus der dritten Verhandlungsrunde zum Ausdruck bringen. Bei ihrer Konferenz werden sie auch ihre Erwartungen an das Management zur Integration von Postbank und Deutscher Bank deutlich machen.

Vor Beginn der Tagung findet von 9.10 bis 9.30 Uhr vor dem Konferenzhotel eine Kundgebung der Konferenzteilnehmer statt.

Die Verhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Postbank sind in der Nacht zum Dienstag (26. September) in der dritten Runde ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die Postbank hatte zuvor ein Angebot vorgelegt, das auch eine Regelung für einen tariflichen Kündigungsschutz bis 2019 vorsah. „Der Kündigungsschutz bis Mitte 2019 ist für uns nicht akzeptabel, da dieser in einer Phase auslaufen würde, in der wir ein hohes Risiko für Arbeitsplatzabbau sehen. Wir wollen die Beschäftigten für die Phase der Integration von Postbank und Deutscher Bank schützen", erklärte ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck.

Auch beim Thema Gehalt habe es keine Annäherung gegeben, da die Arbeitgeberseite nicht bereit war, über die angebotenen 1,5 Prozent zum 1. November 2017 und 1,0 Prozent zum 1. Februar 2019 hinauszugehen. Bei einer Inflation von 1,5 bis 2,0 Prozent komme dies einem Reallohnverlust gleich. 

ver.di kündigte an, die Arbeitskampfmaßnahmen in den nächsten Wochen zu intensivieren und in diesem Zusammenhang in eine Urabstimmung zu einem Erzwingungsstreik einzutreten. „Die Arbeitgeberseite hat mit diesem Verhandlungstermin eine wichtige Chance für eine Einigung im Sinne der Beschäftigten und der Kunden verstreichen lassen. Wir werden für die Sicherheit der Arbeitsplätze kämpfen", so Duscheck weiter. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart.

ver.di fordert eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2022, die Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungen sowie weitere unternehmensspezifische Forderungen. ver.di hat außerdem Gesprächsbedarf zu einem Zukunftstarifvertrag, der auch Regelungen zur Digitalisierung beinhalten soll.

Verhandelt wird für rund 18.000 Beschäftigte bei der Postbank, Postbank Filialvertrieb sowie der BHW-Gruppe und weiterer Tochterunternehmen (Betriebscenter für Banken, PB Service, PB Direkt, BHW KSG, PB Firmenkunden AG).

  • Konferenzadresse: Hotel La Strada, Raiffeisenstraße 10, 34121 Kassel, Beginn 9.30 Uhr.
  • Kundgebung: 9:10 – 9.30 Uhr, gleiche Adresse.