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Betriebsrats-Mobbing bei Luftsicherheitsfirma I-Sec am Flughafen …

Betriebsrats-Mobbing bei Luftsicherheitsfirma I-Sec am Flughafen Frankfurt

15.09.2017

Die Firma I-SEC Deutsche Luftsicherheit GmbH führt am Frankfurter Flughafen im Auftrag der Bundespolizei Luftsicherheitskontrollen durch. Das Unternehmen beschäftigt zirka 1.400 Mitarbeiter. Seit mehreren Jahren setzt sich der Betriebsrat für bessere Arbeitsbedingungen ein und befindet sich dabei in der Auseinandersetzung mit der Geschäftsführung.

Die Geschäftsführung hat den bekannten Rechtsanwalt Helmut Naujoks engagiert. Am 6. September wurde beim Betriebsrat die Zustimmung zur Kündigung des Betriebsrats-Vorsitzenden beantragt. Weiterhin wurde diesem eine „Anfechtung“ seines Arbeitsvertrages übergeben. Aufgrund teilweise hanebüchener Vorwürfe und unter Missachtung des besonderen Kündigungsschutzes wurde sein Arbeitsvertrag für nichtig erklärt. Außerdem wurde sein Flughafenausweis einbehalten und ihm wurde Hausverbot erteilt. „Der Rausschmeißer“ (so betitelte ihn die Süddeutsche Zeitung unter Anspielung auf den Titel einer ARD-TV-Reportage über ihn uns seine Methoden) Naujoks versucht außerdem im Auftrag des Geschäftsführers Glenn Murphy den Betriebsrat vom Arbeitsgericht absetzen zu lassen.

Seit Monaten versucht der Betriebsrat, Verbesserungen im Bereich Dienstplanung, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Einhaltung von Tarifverträgen durchzusetzen. Als der Betriebsrat eine Betriebsversammlung vorbereitete und die noch offenen Angelegenheiten gerichtlich klären lassen wollte, eskalierte der Konflikt. Mit unlauteren Methoden wird die Mitbestimmung im Unternehmen behindert.

„Dass dies bei einer Firma vorkommt, deren Mitarbeiter im Auftrag der Bundespolizei hoheitliche Aufgaben ausüben, ist ein starkes Stück“, so Guido Jurock, Gewerkschaftssekretär vom Fachbereich Besondere Dienstleistungen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft. Der Landesfachbereichsleiter Mathias Venema ergänzt: „Wir sehen durch dieses Vorgehen auch die Sicherheit des Luftverkehrs gefährdet. Wie sollen sich die Mitarbeiter auf die Kontrollen konzentrieren, wenn sie gleichzeitig jederzeit mit einer rechtswidrigen Kündigung rechnen müssen? Hier ist der Auftraggeber gefragt. Das Bundesinnenministerium muss diesem Treiben sofort ein Ende setzen! Es kann ja wohl nicht sein, dass Minister de Maizière bei seinem Auftragnehmer ein solches Treiben duldet.“

ver.di fordert Geschäftsführer Murphy auf, mit dem Betriebsrat wieder im Sinne der Beschäftigten zusammenzuarbeiten. Für den Fall, dass Murphy weiter die Auseinandersetzung sucht, prüft die Gewerkschaft allerdings derzeit rechtliche Schritte. „Wir hoffen, dass es nicht notwendig sein wird, die Beschäftigten mit allen uns zur Verfügung stehenden gewerkschaftlichen Mitteln zu schützen. Die von der deutschen Gewerkschaftsbewegung über Jahrzehnte erstrittenen Arbeitnehmerrechte stehen für uns aber nicht zur Verhandlung. Jedem betroffenen ver.di-Mitglied werden wir selbstverständlich Rechtsschutz gewähren“, so Guido Jurock abschließend.