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Nach erster Tarifverhandlung Groß-und Außenhandel/Verlage

Nach erster Tarifverhandlung Groß-und Außenhandel/Verlage

15.05.2017

„Wer gehofft hatte, die Arbeitgeber würden sich heute ernsthaft mit unseren Forderungen auseinandersetzen und auch Hinweise auf zunehmende Schwierigkeiten der Beschäftigten gelten lassen, mit dem gezahlten Gehalt auszukommen, der wurde enttäuscht“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer der Gewerkschaft für den hessischen Groß- und Außenhandel/Verlage: „Nicht nur eine überdurchschnittliche Anhebung der unteren Gehaltsgruppen wurde strikt abgelehnt, sogar jede Erhöhung der Entgelte halten die Arbeitgeber offensichtlich für nicht finanzierbar. Die hierzu dargelegten statistischen Berechnungen über horrende Gewinne in der Branche quittierten sie kurzerhand mit: ‚Fake-News‘. Das ‚Beste‘ kam allerdings zum Schluss. Sie forderten auf Dauer eine Laufzeit der Tarifverträge von zwei Jahren und das sofort. Das hieße: Keine Lohnerhöhung – und die für 24 Monate! Die Beschäftigten werden über diese eigentümliche Art der Wertschätzung ihrer Arbeit ‚begeistert‘ sein.“

Angesichts einer fehlenden Grundlage für die Fortsetzung der heutigen Verhandlungen wurde als weiterer Termin der 12. Juni 2017 vereinbart. ver.di wird jetzt die Belegschaften auf Betriebsversammlungen informieren und sie zu Aktivitäten aufrufen. Die ver.di-Forderungen im Überblick:

1.  Erhöhung der Gehälter und Löhne um 140 Euro monatlich. Das wäre in der niedrigsten Lohngruppe ein Anstieg um 7,4, in der höchsten Gehaltsstufe um 3,5 Prozent.

2.  Anhebung der Vergütung der Auszubildenden in allen Ausbildungsjahren um jeweils 100 Euro im Monat. Dadurch würden Ausbildungsplätze in den Branchen attraktiver, und die jungen Leute könnten ihr Leben etwas unabhängiger vom Elternhaus gestalten.

3.  Die bisher im Gehaltstarifvertrag noch vorhandenen Altersstufen sollen beseitigt werden. Sie verstoßen gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, nach dem niemand aufgrund seines Alters diskriminiert werden darf.