Pressemitteilungen

Warnstreiks im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe ausgeweitet

Warnstreiks im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe ausgeweitet

30.11.2017

Vor der dritten Verhandlungsrunde im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe in Hessen erhöht ver.di nochmals den Druck. Warnstreiks gibt es heute in Nordhessen bei DHL Delivery Kassel, beim Zulieferer Hermes im osthessischen Friedwald, bei Frankfurt Cargo Service FCS in der Cargo City Süd, und in 6 von 8 Depots von DHL Delivery Frankfurt (darunter Fechenheim, Rödelheim, Offenbach und Rodgau).

Bei DHL Delivery in Kassel ruht die Arbeit seit Beginn der Frühschicht um 4.00 Uhr komplett, der Betrieb ist mit zirka 120 Beschäftigten geschlossen im Warnstreik. Die Streikenden werden um 13.00 Uhr vor der ebenfalls an der Tarifrunde beteiligten Firma Rudolph Industrielogistik (George Stephenson Straße 11-13, 34123 Kassel) eine Solidaritätskundgebung abhalten. Der Grund ist, dass aus der Firma Rudolph sehr viele Klagen über massive Einschüchterungen durch den Arbeitgeber kommen, weil Beschäftigte von ihrem Recht auf Streik Gebrauch machen.

ver.di fordert in der Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten, die Einführung eines 13. Monatsgehalts, ebenso die Einführung von Erfahrungsstufen für langjährig Beschäftigte sowie 150,00 Euro mehr Ausbildungsvergütung je Ausbildungsjahr.

Das Angebot der Arbeitgeber aus der zweiten Runde vergangenen Freitag sieht vor allem einen Nullmonat weniger vor. So soll es zwei statt drei Monate ohne Gehaltserhöhung geben. Dann, einen Monat früher, nämlich vom vom 1.1.2018 lautet das Angebot wie gehabt auf 2 Prozent mehr Lohn, weitere gleiche 1,9 Prozent vom 1.1.2019 (vorher 1.2.2019) – bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Das Angebot für die Vergütungen der Auszubildenden bleibt gleich: im ersten Jahr 20 Euro mehr, im zweiten 35 und im dritten 40 Euro.

Die Einführung eines 13. Monatsentgeltes lehnen die Arbeitgeber weiterhin ab. Erfahrungsstufen wollen sie mit dem Weihnachtsgeld koppeln und bieten an, im ersten Jahr der Betriebszugehörigkeit 200 Euro, ab dem 5. Jahr 300 Euro und ab dem 10.Jahr 400 Euro Weihnachtsgeld zu zahlen. Bisher gab es im ersten Jahr 153 und im ab dem zweiten Jahr 204 Euro.

Zum privaten Verkehrs- und Transportgewerbe in Hessen zählen auch Betriebe der Logistik, Lagerei, Möbeltransporte, Zulieferbetriebe und Speditionen. Nach Schätzungen von ver.di sind in der Branche hessenweit zirka 50.000 Menschen beschäftigt.

Die Verhandlungen werden morgen fortgesetzt.