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4.Tarifverhandlung hessischer Einzelhandel

4.Tarifverhandlung hessischer Einzelhandel

17.07.2017

„Vier Verhandlungsrunden und keine Annäherung hat’s bislang nur selten gegeben. Doch in diesem Jahr scheinen die Arbeitgeber nicht verstehen zu wollen, worum es ver.di geht: eine gleichmäßige Erhöhung aller Entgeltgruppen, um die unteren Einkommen verhältnismäßig stärker anzuheben als die oberen sowie die Bereitschaft zu einer gemeinsamen Initiative, die Branchentarifverträge des Einzelhandels in Hessen allgemeinverbindlich erklären zu lassen“, stellt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer seiner Gewerkschaft fest: „Auch heute gab’s nichts qualitativ Neues. Die Arbeitgeber erhöhten ihr Angebot für dieses Jahr auf 2,0 Prozent bei zwei Monaten ohne Entgeltsteigerung und weiteren 1,8 Prozent für 2018. Das Schneckentempo der Veränderungen grenzt schon an eine Blockade der Tarifeinigung. Niemand darf sich also wundern, wenn die Streiks weiter ausgedehnt werden und an Härte zunehmen.“

Die Tarifverhandlungen wurden von etwa 600 Streikenden aus den Unternehmen Esprit, H&M Hennes & Mauritz, Ikea, Karstadt, Galeria Kaufhof, Kaufland, LS Travel Frankfurt-Airport, Primark, Real, Toys R Us und Zara besucht. Lautstark demonstrierten sie vor dem Verhandlungslokal gegen die Blockade der Arbeitgeber, indem sie eine „Barrikadenmauer“ mit der Botschaft aufbauten: „Ihr seid die Täter im Vernichtungswettbewerb! Stopp! Nicht auf unsere Kosten!“ Die Arbeitgeber ließen sich auch dieses Mal nicht überzeugen, dass sie sich in einer Ansprache direkt an die Streikenden wenden mögen. „Sie weigerten sich, als ob es Fremde wären, die für eine Lohnerhöhung kämpfen“, erklärt Bernhard Schiederig weiter: „Dabei sind es jene Kolleginnen und Kollegen, die auf Beschäftigtenversammlungen und in Rundschreiben der Geschäftsleitungen häufig als ‚wertvollstes Gut‘ der Unternehmen bezeichnet werden. Billige Worte, denn offenbar hört bei der Bezahlung die Wertschätzung auf.“