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Beschäftigte der Klinik in Frankfurt-Höchst streiken wieder

Beschäftigte der Klinik in Frankfurt-Höchst streiken wieder

06.10.2017

ver.di ruft die Beschäftigten des städtischen Klinikums Frankfurt am Dienstag und Mittwoch (10./11.2017) zu einem weiteren Warnstreik für einen Tarifvertrag Entlastung auf.

Bereits am 19. September hatten die Beschäftigten in Höchst ihre Arbeit niedergelegt, um der Aufforderung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen. „Offenbar hatte dieser erste Warnstreik noch nicht ausgereicht“, sagt Georg Schulze-Ziehaus, Fachbereichsleiter Gesundheit bei ver.di Hessen: „Daher legen wir jetzt mit einem Streik über zwei Tage nach und zeigen, wie ernst den Beschäftigten die Forderung nach Entlastung ist. Die Arbeitsbedingungen müssen sich verbessern – und zwar schnell!“

Konkret fordert ver.di unter anderem die Festlegung einer Mindestpersonalausstattung im Tarifvertrag sowie Regelungen zum Belastungsausgleich, falls die tarifvertraglichen Vorgaben nicht eingehalten werden. Zudem muss sich die Ausbildungsqualität verbessern, beispielsweise durch die Freistellung von Ausbilder/innen für die Zeit der praktischen Anleitung von Auszubildenden. Es muss ausgeschlossen werden, dass Auszubildende für die Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden.

„In vielen Kliniken arbeiten die Beschäftigten täglich weit über ihre Belastungsgrenze hinaus“, so Schulze-Ziehaus weiter. Von 1991 bis 2016 sei die Zahl der jährlich in den deutschen Kliniken behandelten Patienten um 34 Prozent auf 19,5 Millionen gestiegen, die Zahl der Pflegekräfte in deutschen Kliniken sei im gleichen Zeitraum dagegen sogar leicht gesunken auf 325.000. „Das ist auch im europäischen Vergleich ein Skandal, der nicht länger ausgesessen werden kann“, so Schulze-Ziehaus weiter. „Die Beschäftigten in Höchst gehen in der nächsten Woche genauso wie für ihren eigenen Gesundheitsschutz auch für den Schutz ihrer Patienten auf die Straße!“

Getrennt von der Tarifbewegung setzt sich ver.di auf politischer Ebene für verbindliche Personalvorgaben per Gesetz ein. Bundesweit beteiligen sich Belegschaften an der Aktion „Grenzen setzen“. Sie verweigern das kurzfristige Einspringen und nehmen wie vorgeschrieben ihre Pausen. Damit zeigen sie, dass sie nicht länger bereit sind, die Personalnot auf Kosten der eigenen Gesundheit zu kompensieren. Nach Berechnungen der Gewerkschaft müsste es für eine gute und sichere Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte.

Die Streikenden im Klinikum Frankfurt Höchst versammeln sich am 10.10. ab 7.30 Uhr im Gemeinschaftsraum des Klinikums, am 11.10. auch ab 7.30 Uhr im DGB-Haus Frankfurt.

 Weitere Infos: www.klinikpersonal-entlasten.de