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4.Tarifverhandlung Einzel-und Versandhandel Hessen

4.Tarifverhandlung Einzel-und Versandhandel Hessen

14.07.2017

"Allmählich haben wir den Eindruck, die Arbeitgeber möchten eine wirkliche Gehaltserhöhung für ihre Beschäftigten verhindern“, erklärt Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer seiner Gewerkschaft: „In mehreren Bundesländern wurden in den vergangenen Tagen Lohnsteigerungen von lediglich 2,0 Prozent bei zwei Monaten ohne Erhöhung für dieses und 1,8 Prozent für nächstes Jahr angeboten. Damit ist erfahrungsgemäß am 17. Juli auch in Hessen zu rechnen. Die Beschäftigten würden also nichts gewinnen, sondern durch einen Verlust an Kaufkraft faktisch noch draufzahlen. Denn im Juni stiegen in Hessen die Preise für Nahrungsmittel gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent, Bekleidung und Schuhe um 2,6 Prozent und die Nettomieten um 2,5 Prozent. Die Verkäufer/innen im Einzelhandel geben in aller Regel fast ihr gesamtes Geld für diese unmittelbare Lebenshaltung aus. Wollen die Arbeitgeber also wirklich eine Senkung der Reallöhne erreichen?“

Die 4. Runde der Tarifverhandlungen findet am 17. Juli 2017 ab 11 Uhr im InterCityHotel Frankfurt Airport, Am Luftbrückendenkmal 1, Frankfurt, statt. Für diesen Tag ruft ver.di Beschäftigte der Unternehmen Esprit, H&M Hennes & Mauritz, Ikea, Karstadt, Galeria Kaufhof, Kaufland, LS Travel Frankfurt-Airport, Primark, Real, Toys R Us und Zara zum Warnstreik auf. Die Streikenden wollen vor dem Verhandlungslokal demonstrieren und ihre Forderungen darstellen:

  • Erhöhung der Gehälter und Löhne um einen Euro je Stunde, damit die derzeit im Einzelhandel noch am schlechtesten Bezahlten verhältnismäßig mehr Geld erhalten als die mit höheren Einkommen.
  • Anhebung der Vergütung der Auszubildenden auf 1.000 Euro im 1. Ausbildungsjahr, 1.100 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 1.200 Euro im 3. Ausbildungsjahr, um den jungen Leute die Möglichkeit zu geben, etwas unabhängiger vom Elternhaus leben zu können.
  • Die Tarifverträge sollen für allgemeinverbindlich erklärt werden, so dass der Verdrängungswettbewerb nicht weiter auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird und zu dauerhaft sinkenden Einkommen führt.