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Stockende Tarifverhandlungen bei Lufthansa Cargo Tochter Handling …

Stockende Tarifverhandlungen bei Lufthansa Cargo Tochter Handling Counts

05.12.2017

Die Beschäftigten der Firma Handling Counts sehen ihre berufliche Zukunft mit Sorge. Ihr Mutterkonzern, die deutsche Lufthansa, zeigt sich in Tarifverhandlungen hart und will den Frachtabfertigern nur minimalste Lohnsteigerungen zahlen.

Bei Handling-Counts, einer 100-prozentigen Tochter von Lufthansa Cargo auf dem Frankfurter Flughafen sind zirka 250 Frachtabfertiger beschäftigt. LH Cargo zahlt im Frachtabfertigungsbereich des Frankfurter Flufghafens die zurzeit niedrigsten Löhne. Sie beginnen bei 9,63 Euro für die Einarbeitung, was ein Bruttogehalt von 1675, 62 Euro ausmacht. Nach der Einarbeitung steigt der Lohn für Frachtabfertiger auf 10,14 Euro (1764,35 Euro brutto im Monat). Nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit zahlt LH Cargo 10,64 Euro.

Ein Schichtleiter bekommt nach mehreren Jahren 15,21 Euro. Das ist der höchste Stundensatz bei Handling Counts. Die Firma arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche mit den gesetzlichen Schichtzulagen.

Der Tarifvertrag ist seit 2015 gekündigt. Seit Anfang dieses Jahres sind die Tarifparteien in Verhandlungen. Die Tarifkommission ist in diese Verhandlungen mit einer Forderung nach einer Lohnsteigerung von zwei Euro pro Stunde gestartet. Mittlerweile würden die Handling Counts-Beschäftigten eine Lohnsteigerung von 35 Cent für 2017 und 15 Cent für 2018  akzeptieren. Die Geschäftsleitung will aber ein drittes Jahr Laufzeit und dafür keine Lohnerhöhung für alle zahlen. Das wären auf drei Jahre gesehen 50 Cent mehr Lohn pro Stunde in zwei Stufen – unakzeptabel für die Tarifkommission. Sie fordert jetzt für das dritte Jahr eine Erhöhung um 40 Cent oder von Anfang an mehr als 35 Cent.

Die Beschäftigten sind sehr verbittert darüber, dass der Lufthansa Cargo sich bei diesen kleinen Beträgen so hart zeigt, insbesondere in Anbetracht des Rekordgewinns von drei Milliarden Euro, den der Lufthansa-Konzern in diesem Jahr erwartet.

Sie fühlen sich als Stiefkinder von Lufthansa. Denn für sie gilt auch fast keine der Konzern-Betriebsvereinbarungen. Sie bekommen keine Betriebsrente, zahlen voll in der Kantine, dürfen nicht ermäßigt fliegen.

Am Donnerstag, den 7.Dezember werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt.