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Tarifverhandlungen Einzelhandel Hessen: erste Warnstreiks in …

Tarifverhandlungen Einzelhandel Hessen: erste Warnstreiks in Frankfurt

05.05.2017

Nach der erfolglosen ersten Verhandlungsrunde im hessischen Einzelhandel am 27. April 2017 in Neu-Isenburg, in der die Arbeitgeber sich nicht in der Lage sahen, ein erstes Angebot abzugeben, ruft die Gewerkschaft ver.di erstmals in dieser Tarifrunde an diesem Freitag zu Streiks in insgesamt sieben Frankfurter Filialen des Einzelhandels auf.

Mit diesen Streiks möchte wir die Blockadehaltung des hessischen Arbeitgeberverbandes lockern. Denn die Beschäftigten im Einzelhandel benötigen angesichts der teuren Mieten im Rhein-Main-Gebiet und angesichts der Inflationsrate von etwa 2 Prozent eine deutliche Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen. Die Arbeitseinkommen vieler Beschäftigter des Einzelhandels reichen heute schon nicht zu einem vernünftigen Leben und garantieren keine auskömmliche Rente.

Aufgerufen, am Freitag nicht zu arbeiten und sich dem Streik anzuschließen, sind die Beschäftigten der Betriebe Galeria Kaufhof Zeil, Zara Börsenstraße, Primark die sich das erste Mal am Streik beteiligen, Hennes & Mauritz (H&M) an der Konstablerwache (sowie Hennes & Mauritz Hessencenter, die ebenfalls zum Streik aufgerufen werden und die Filiale an der Konstablerwache, die erstmals streikt, unterstützen).

Im Zusammenhang mit den Streiks sollen auch diejenigen Arbeitgeber in der Öffentlichkeit benannt werden, die nicht der Tarifbindung unterliegen und die ihren Beschäftigten unter den Tarifvertrag des hessischen Einzelhandels bezahlen. Dabei handelt es sich u.a. um die Unternehmen C&A, P&C, Woolworth, Douglas, Tedi, Norma, KIK, OBI, Globus Bau- und Lebensmittelmärkte, Amazon, Dehner Gartencenter, privatisierte Edeka und Rewe Filialen, LS Travel. Um dieser Tarifflucht zu entgegnen, fordert die Gewerkschaft ver.di in dieser Tarifrunde auch, die regionalen Tarifverträge des Einzelhandels für allgemeinverbindlich zu erklären.

Die zweite Verhandlungsrunde im hessischen Einzelhandel findet am 30. Mai 2017 statt. Um die Blockadehaltung der Arbeitgeber tatsächlich aufzubrechen, wird es im hessischen Einzelhandel weiterer Arbeitskampfmaßnahmen und Streiks vor eben dieser 2. Verhandlungsrunde bedürfen.


Die Tarifkommission Einzelhandel Hessen, in der Betriebsräte zahlreicher Unternehmen der Branche mitarbeiten, hat für die Tarifrunde im hessischen Einzelhandel folgende Forderungen erhoben:

1. Erhöhung der Gehälter und Löhne um einen Euro je Stunde. Dadurch sollen die derzeit im Einzelhandel noch am schlechtesten Bezahlten verhältnismäßig mehr Geld erhalten als die mit höheren Einkommen.

2. Anhebung der Vergütung der Auszubildenden auf 1.000 Euro im 1. Ausbildungsjahr, 1.100 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 1.200 Euro im 3. Ausbildungsjahr. Durch einen solchen sprunghaften Anstieg würden Auszubildende besonders gefördert und der Einzelhandel als Ausbildungsplatz attraktiver gemacht.

3. Die Tarifverträge sollen für allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit könnte verhindert werden, dass der Verdrängungs-, ja sogar immer mehr Vernichtungswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird und zu dauerhaft sinkenden Einkommen führt. Allgemeinverbindliche Tarifverträge sind ein wirksames Mittel gegen Armut heute und im Alter.

Nähere Informationen:
Katja Deusser 0151 – 167 50 555
Karin Zennig 0171 – 767 78 67
Matthias Schäfer 0151 – 406 42 043

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