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Wieder Warnstreik im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe …

Wieder Warnstreik im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe in Hessen

28.11.2017

Nachdem sich die Verhandlungsparteien im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe in Hessen am vergangenen Freitag nicht geeinigt haben, gehen die Warnstreiks in der branche weiter. Seit dem Abend wird beim Ersatzteilservice Geis in Neu-Isenburg gestreikt. Die Beschäftigten legten mit Beginn der Nachtschicht die Arbeit nieder. Der Warnstreik wird bis heute abend um 22.00 Uhr andauern. Insgesamt werden sich dann 200 Beschäftigte beteiligt haben.

Damit reagieren die Beschäftigten auf die zweite Runde der Tarifverhandlungen vergangenen Freitag, bei der die Arbeitgeber lediglich ein kaum verbessertes Angebot vorgelegt hatten.

So bieten sie jetzt zwei statt vorher drei Nullmonate, dann einen Monat früher, nämlich vom vom 1.1.2018 an weiter 2 Prozent mehr Lohn, weitere gleiche 1,9 Prozent vom 1.1.2019 (vorher 1.2.2019) – bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Das Angebot für die Azubivergütungen bleibt gleich: im ersten Jahr 20 Euro mehr, im zweiten 35 und im dritten 40 Euro.

Die Einführung eines 13. Monatsentgeltes lehnen die Arbeitgeber weiterhin ab. Erfahrungsstufen wollen sie mit dem Weihnachtsgeld koppeln und bieten an, im ersten Jahr der Betriebszugehörigkeit 200 Euro, ab dem 5. Jahr 300 Euro und ab dem 10.Jahr 400 Euro Weihnachtsgeld zu zahlen. Bisher gab es im ersten Jahr 153 und im ab dem zweiten Jahr 204 Euro.

Driton Dobraj, Betriebsratsvorsitzender bei Geis: „Wir sind stinksauer und fühlen uns nicht ernst genommen. Jeden Tag bekommen wir erzählt, was für einen wichtigen und verantwortungsvollen Job wir als Diensleister für Siemens Medizintechnik haben, aber eine kleine Gehaltssteigerung ist nicht drin. So sehen wir uns praktisch gezwungen, unsere Arbeit niederzulegen. Dadurch bleiben zirka 2.000 Aufträge liegen. Wir hoffen, durch den Druck beim Arbeitgeber ein Einsehen bewirken zu können.“

ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten, die Einführung eines 13. Monatsgehalts, ebenso die Einführung von Erfahrungsstufen für langjährig Beschäftigte sowie 150,00 Euro mehr Ausbildungsvergütung je Ausbildungsjahr.

Zum privaten Verkehrs- und Transportgewerbe in Hessen zählen auch Betriebe der Logistik, Lagerei, Möbeltransporte, Zulieferbetriebe und Speditionen. Nach Schätzungen von ver.di sind in der Branche hessenweit zirka 50.000 Menschen beschäftigt.

Die Verhandlungen werden am Freitag fortgesetzt.